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Buchautor Ludger Bücker
Der Wanderer mit der Waschmaschine in Wesel

Wesel. Vielleicht erinnert sich ja noch jemand an den Herbst 2012. Da sorgte ein gewisser Ludger Bücker in vielen Orten entlang des Rheins für Aufsehen, weil er zu Fuß mit einer Waschmaschine auf einer Sackkarre auf Deutschlandtour war. 1200 Kilometer legte er in 38 Tagen zurück. Vom Bodensee aus immer am Fluss entlang bis nach Wesel, wo er sozusagen rechts abbog, sich wieder an einem Fluss orientierte, um seine Heimat Lippetal anzusteuern.

Nicht ganz neu - Tony Hawks beispielsweise hat Jahre zuvor schon einen Kühlschrank durch Irland bugsiert -, aber eben anders. Die Aktion Bückers blieb nicht ohne Folgen in den berührten Etappenorten und für den Buchmarkt. Der Maschinenschieber hat seine Erlebnisse und Gedanken schriftlich festgehalten und jetzt einen Band herausgebracht. "Mit der Waschmaschine durch Deutschland" ist bei Goldmann als Taschenbuch erschienen. Für 8,99 Euro gibt es 320 recht amüsante Seiten zu lesen, wobei Wesel sowie Hünxe und Gahlen vergleichsweise kurz gestreift werden. Das kann am Wetter gelegen haben, denn in Wesel schüttete es enorm, als Ludger Bücker es erreichte. Die Stadt ist so gut wie leer gewesen und strahlte für ihn "den Charme der Einfachheit aus".

Trotz seines schweren Gepäcks gelang es ihm aber, Infotafeln die Ursache dafür zu entnehmen: die fast vollständige Zerstörung Wesels kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Bemerkenswert, denn nicht jeder Gast registriert und behält dies. Und auch nicht jeder Weseler.

(fws)
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