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Stadt Kempen
Thelen: "Meine Heimat bin ich selbst"

Stadt Kempen: Thelen: "Meine Heimat bin ich selbst"
Der Moerser Künstler Ivica Matijevic floh vor dem Bürgerkrieg aus seiner Heimat Bosnien-Herzegowina. Das Foto entstand 2013 in Krefeld. FOTO: TH. LAMMERTZ
Stadt Kempen. Der vierte Ausstellungszyklus von Kulturraum und Museumsnetzwerk Niederrhein bietet in diesem Jahr die Themenreise "Unterwegs sein" mit Ausstellungen zu Reisen, Ein- und Auswandern und Verkehrswegen in der Region. Von Heribert Brinkmann

"Vom Wandern, Laufen und Marschieren" - mit der Ausstellung "niederrheinische Ge(h)schichten" im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath hat der vierte Ausstellungszyklus von Kulturraum und Museumsnetzwerk Niederrhein Anfang März bereits begonnen. Die Themenreise "Unterwegs sein" führt zu 40 Ausstellungen am Niederrhein und den Niederlanden und erstreckt sich bis in den Herbst hinein. Wir beschränken uns hier auf die Stationen im Kreis Viersen. Berichtet haben wir bereits über die Auftakt-Veranstaltung in Grefrath und die Schuh-Ausstellung "Shoes in Contemporary Art" in der Städtischen Galerie im Park Viersen, die noch bis zum 23. April läuft. Ab 30. April steht im Textilmuseum "Die Scheune" in Nettetal der Leinenstoff im Mittelpunkt. Das ungebleichte Leinen gelangte seit dem 16. Jahrhundert über Haarlem, wo es in reinweißen Stoff veredelt wurde, in alle Welt.

Der Viersener Salon in der Villa Marx würdigt in der Ausstellung "Meine Heimat bin ich selbst - ein Leben im Exil" ab 25. Juni das Werk und das Leben des Schriftstellers Albert Vigoleis Thelen, der 1903 in Süchteln geboren wurde und 1989 in Dülken starb. Dazwischen lebte Thelen in Spanien, Portugal, Frankreich, Italien, der Schweiz und den Niederlanden. Sein Roman "Die Insel des zweiten Gesichts" gilt als eines der großen literarischen Werke des 20. Jahrhunderts. Literaturwissenschaftler haben Thelen "den großen Unbekannten der deutschen Literatur" genannt.

Am 2./3. September bieten die Tage der Kunst in Schwalmtal-Waldniel eine kreative Gemeinschaftsreise "Unterwegs zur Kunst". Dabei sind die Werke von 35 Künstlern, die ihre Eindrücke und Entdeckungen, ihre Einsichten und Vorstellungen von ihrem "Unterwegssein" kreativ umgesetzt haben, an 20 Kunst-Orten wie Kirchen, einem Kloster, einem Pfarrhaus, einer Seniorenresidenz oder einer Fabrikhalle im Gemeindegebiet von Schwalmtal zu sehen. Bei dieser Gemeinschaftsreise stehen das Ankommen, die Begegnung, im Vordergrund.

Im Herbst geht es im Städtischen Kramer-Museum Kempen um Menschen auf der Flucht (der genaue Termin steht noch nicht fest). Elf Künstler wurden eingeladen, sich mit Flucht vor Krieg und Gewalt, vor Hunger und Armut oder vor sich selbst auseinanderzusetzen. Mit dabei ist der Moerser Künstler Ivica Matijevik, der als katholischer Kroate während des Bürgerkriegs aus Bosnien-Herzegowina floh.

"Reise ins Ungewisse" heißt ab 8. Oktober die Ausstellung im Museum Kamps Pitter in Schiefbahn, die den Weg von Flüchtlingen und Vertriebenen nach 1945 nach Willich dokumentiert. Zwischen 1945 und 1960 kamen 5000 Menschen in die verschiedenen Ortsteile, rund die Hälfte von ihnen blieb dauerhaft vor Ort. Am 8. Oktober startet auch die Ausstellung "Künstler auf Reisen. Von Viersen in die Welt - die Welt in Viersen" in der Städtischen Galerie im Park Viersen. Künstler unternahmen gerne Reisen nach Rom oder Paris. Der aus Süchteln stammende Emil Flecken (1890-1981) unternahm ausgedehnte Reisen nach Frankreich, Algerien, Angola und auf die Kanarischen Inseln. Der Dülkener Maler Heinrich Mostertz (1884-1975) verbrachte als Kolonialbeamter viele Jahre in Ostafrika. Ihren Reisebilder stehen Werke zeitgenössischer Kunst gegenüber, etwa der in Grefrath aufgewachsenen Monika Lassak, deren Gemälde in ihrer Wahlheimat Wien oder in Nordafrika entstanden sind.

Quelle: RP
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