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Xanten
"Die eigenen Sichtweisen immer wieder überdenken"

Xanten: "Die eigenen Sichtweisen immer wieder überdenken"
In Xanten aufgewachsen, in Berlin zu Hause: Künstlerin Lucia Kempkes (29) stellt ab Sonntag im Drei-Giebel-Haus am Dom aus. FOTO: Armin Fischer
Xanten. "Parallax: Rauch": Zeichnungen und Videos von Lucia Kempkes laden ein, kleine Momentaufnahmen und Impulse aus unterschiedlichsten Teilen der Welt zu erfahren. Von Heidrun Jasper

Sie ist in Xanten aufgewachsen, hat hier ihr Abitur gebaut, lebt seit zehn Jahren in Berlin, philosophiert und sinniert über das Leben und sorgt sich um den politischen Rechtsruck im Land. Und sie zeichnet gerne, schon seit frühester Kindheit, spätestens aber, seit sie auf dem Stiftsgymnasium bei Wilfried Düker Kunstunterricht in der Unterstufe hatte. Sie würde sich riesig freuen, wenn ihr alter Kunstlehrer am Sonntag, 8. Oktober, ins Atelier im Drei-Giebel-Haus am Dom kommen würde: "Parallax: Rauch" hat Lucia Kempkes ihre Ausstellung überschrieben, die dort um 12 Uhr eröffnet wird. Es sprechen Bürgermeister Thomas Görtz, außerdem Eva Messmann und Richard Lipp vom Kunstverein Xanten.

Gestern hat die junge Frau (29) damit begonnen, ihre Arbeiten in der Galerie zu platzieren. Sie ist froh, dass sie vom Patenonkel die lange Leiter bekommen hat, auf die Lucia Kempkes klettern muss, um einige ihrer großformatigen schwarz-weißen Bleistiftzeichnungen an Ketten oben an die Decke zu hängen. "Früher reiste man in die Berge, um von dem einen Berg aus den nächsten sehen zu können - heute holt man sich das Matterhorn übers Netz ins Haus. Weltweit", erzählt sie und zeigt eine Zeichnung, auf der einer der drei Jungen zu sehen ist, die sie in Seoul in Südkorea dabei beobachtet (und mit ihrem Handy gefilmt) hat, wie sie auf einem Feld Selfies gemacht haben. "Die Jungen posen völlig anders als wir hier", sagt die Künstlerin, die in Berlin Biologie, Philosophie, Zoologie und Botanik studiert hat "und bei der Kunst hängen geblieben" ist. Eine Meisterschülerin, die international in Galerien ausstellt und der es wichtig ist, "die Scheuklappen abzunehmen und die eigene Sichtweisen immer wieder zu überdenken." Dazu animiert auch ihre Ausstellung im Drei-Giebel-Haus. Großformatige Zeichnungen frei an Ketten installiert im Forum, kleinere Zeichnungen an den Wänden, Bildschirme mit Videos zwischen den Zeichnungen verteilt, ein großer Bildschirm mit permanentem Video, kleinere Bildschirme mit Videoarbeiten en demande: "Parallax: Rauch" von Lucia Kempkes ist ein visuelles Experiment. Zeichnungen und Videos laden ein, kleine Momentaufnahmen und Impulse aus unterschiedlichsten Teilen der Welt zu erfahren.

Das Thema Rauch ist sehr präsent: "Auf den Zeichnungen können Rauchwolken der politischen Brände des Monats September zu sehen sein als eine Referenz zum Weltgeschehen", so die Künstlerin, die in drei Wochen eine Ausstellung in Turin (Italien) hat und im Januar nach Nicaragua fliegt, um sich die Vulkane anzuschauen und zu filmen.

Quelle: RP
 
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