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Ban Ki Moon bei UN-Treffen zu Homosexuellen-Rechten
"Was erreicht ihr dadurch, dass Ihr andere schlechterstellt?"

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilt Homosexuellen-Verfolgung
Ban Ki Moon fand eindringliche Worte gegen die Diskriminierung Homosexueller FOTO: rtr, HB
New York. Beim ersten Spitzentreffen der Vereinten Nationen zu den Rechten von Homosexuellen hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon scharfe Kritik an der Situation in einigen Mitgliedsstaaten geübt.

"Manche Staaten stemmen sich dem Lauf der Geschichte mit drakonischen neuen Strafen für Homosexualität entgegen", sagte Ban bei dem Treffen am Rande der UN-Generaldebatte in New York. "In unserem 21. Jahrhundert ist kein Platz für Diskriminierung auf Grundlage der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität."

Der UN-Generalsekretär wies die von Kritikern angeführten kulturellen oder religiösen Vorbehalte gegen gleichgeschlechtliche Liebe rundweg zurück. "Diejenigen, die sich auf religiöse oder kulturelle Argumente berufen, um homo-, trans- und bisexuelle Menschen ihrer Rechte zu berauben, frage ich: Was erreicht ihr dadurch, dass Ihr andere schlechterstellt", sagte Ban. "Ist Eure Religion oder Kultur so schwach, dass sie nur erhalten werden kann, indem man anderen die Grundrechte nimmt?"

Chile will Homo-Ehe auf den Weg bringen

An dem Treffen in New York nahmen rund 20 Spitzenvertreter von Ländern teil, die sich dem Schutz der Rechte von Homo- und Bisexuellen und Transgender-Menschen (LGBT) verschrieben haben. Anwesend waren unter anderem die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet und die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg. Bachelet kündigte in New York an, sie wolle noch in diesem Jahr ein Gesetz für die Homo-Ehe auf den Weg bringen.

Für die USA nahm Vizepräsident Joe Biden an dem Spitzentreffen teil. Biden kritisierte, dass sich die Lage von LGBT-Menschen in einigen Ländern zuletzt sogar noch verschlechtert habe. Namentlich kritisierte er Russland, Uganda und Ägypten, wo es einen Anstieg bei den Festnahmen gebe. Die Gleichstellung dieser Menschen sei "die Bürgerrechtsfrage unseres Zeitalters", sagte Biden.

In mehr als 70 Ländern weltweit wird Homosexualität immer noch als Straftat verfolgt. Ban lobte ausdrücklich die Staaten Mosambik, Nauru und die Seychellen, die Homosexualität in diesem Jahr entkriminalisiert haben.

(crwo/AFP)
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