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Freitag beginnt der meteorologische Frühling
Der trübste Winter geht zu Ende

Freitag beginnt der meteorologische Frühling: Der trübste Winter geht zu Ende
Auch in Spanien ist das Wetter schlecht, wie hier bei einem Spaziergänger in Madrid. FOTO: dpa, Chema Moya
Offenbach. Der Winter in Deutschland war diesmal vor allem grau. Mal kalt, mal mild, aber so düster wie nie. Mit nur 96 Sonnenstunden geht der trübste Winter seit mehr als 60 Jahren am Donnerstag zu Ende. Am Freitag beginnt der Frühling, zumindest der meteorologische Frühling. Die Sonne jedoch lässt weiter auf sich warten.

Der Winter 2012/13 geht als trübster Winter seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen im Jahr 1951 in die Geschichte der Meteorologie ein, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach nach der ersten Auswertung seiner 2000 Messstationen am Mittwoch mit. Um 16 Prozent habe der Winter das Niederschlagssoll übertroffen, trotz großer Schwankungen sei die Temperatur normal ausgefallen. "Genau an Weihnachten traten die höchsten Temperaturen auf", bilanzierte der DWD

Dunkelster Ort war der Kahle Asten im Sauerland, dort schien die Sonne in drei Monaten nur insgesamt 43 Stunden lang. Die meiste Sonne bekam Oberstdorf in Bayern mit 178 Stunden ab - aber auch das liegt ein Viertel unter dem Soll.

Weihnachtsfest mit Rekordtemperaturen

Normal sind 154 Sonnenscheinstunden im deutschen Winter, errechnet aus dem Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Für die Meteorologen geht der Winter schon an diesem Donnerstag zu Ende, nach dem Kalender erst Ende März. Zwar erlebte Deutschland ein frühlingshaftes Weihnachtsfest mit Rekordtemperaturen im Südwesten - fast 20 Grad an Heiligabend in Freiburg -, die Haselblüte setzte Wochen früher ein als sonst, aber im Januar schlug der Winter mit Schnee und wochenlangem Dauerfrost hart zu. Eisregen legte das öffentliche Leben im Westen und Südwesten lahm. Der Frankfurter Flughafen stellte am 20. Januar den Betrieb komplett ein, weil der Eispanzer auf den Maschinen zu dick war, um sie zu enteisen. Passagiere campierten auf Feldbetten oder übernachteten in Hotels.

"Es kann nur besser werden"

Wer aber hofft, mit dem Beginn des meteorologischen Frühlings an diesem Freitag seien Frost, Streusalz und Schmuddelwetter vorbei, wird enttäuscht: Es bleibt beim Grau in Grau, von Sonne und Wärme keine Spur. Es wird höchstens ein bisschen weniger kalt. Tagsüber steigen die Temperaturen immerhin auf einstellige Plusgrade, nachts kommt der Frost zurück. "Deutlich höhere Temperaturen wären um diese Jahreszeit nur vorstellbar, wenn sich eine südliche oder südwestliche Strömung einstellen würde", sagte DWD-Meteorologe Helmut Malewski. Der Wind kommt aber nach wie vor aus dem kalten Norden, die Sonne zeigt sich höchstens kurz, wenn die Wolken eine Lücke lassen. "Es kann nur besser werden."

(dpa/csi)
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