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Talk bei "Günther Jauch"
Merkel hat recht, Seehofer nicht

Günther Jauch-Talk: Angela Merkel hat recht und Horst Seehofer nicht
Bei "Günther Jauch" stach Claudia Roth nicht nur mit ihrem Outfit aus der Männerrunde hervor. FOTO: ARD Mediathek
Düsseldorf . In der aktuellen "Günther Jauch"-Sendung mit dem Titel "Die Flüchtlingskanzlerin – hat Merkel recht?" ging es um die Gegensätze zwischen CDU und CSU. Schnell wurde klar: Die CSU hat inhaltlich wenig zu sagen. Die Sendung in unserem Schnell-Check. Von Lena Köhnlein

Darum ging's

"Seit zehn Jahren ist Angela Merkel Bundeskanzlerin. Aber diese Woche war für sie wohl eine der wichtigsten ihrer Amtszeit. Denn da hat sie das Flüchtlingsproblem zur Chefsache gemacht" – so leitete Günther Jauch seine Zuschauer in die Sendung zum Thema "Die Flüchtlingskanzlerin – hat Merkel recht?" ein.

​​Darum ging's wirklich

Anfangs ging es um eine ganz andere Sendung: Merkels emotionaler Auftritt bei Anne Will. Man hat das Gefühl, Jauch hätte die Kanzlerin selbst gerne in der Sendung gehabt.

So reagierten Twitter-User auf Merkels Auftritt bei Anne Will

​​Die Runde

Armin Laschet, stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU und Vorsitzender der Partei in NRW, stand hinter der Bundeskanzlerin. Generalsekretär Andreas Scheuer (CSU) vertrat die Ansichten von CSU-Chef Horst Seehofer und forderte einen Zunahmestopp. Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) schien vor allem in der Sendung zu sein, um Andreas Scheuer Paroli zu bieten. Journalist Hajo Schumacher beurteilte unter anderem das Auftreten der Kanzlerin. 

​​​​Frontverlauf

Günther Jauch wollte zunächst über den Auftritt von Angela Merkel bei Anne Will reden. Doch die Gäste, schienen darauf keine Lust zu haben.  So fragte Jauch den Schumacher, der über die Machtstrategien der Kanzlerin promoviert hatte, ob der Auftritt in Wills Sendung authentisch oder politisch kalkuliert war. Schumacher glaubt, dass Merkel nicht schauspielern kann, sie aber unsicher wirkte und das Problem unterschätzt habe.  

Sie weiß, sie könne keine schnellen Versprechungen machen – als Beispiel nannte er der Aufnahmestopp. Den könne man nicht praktisch umsetzen, so Schumacher, und entzürnte damit Andreas Scheuer, der Recht und Ordnung in Europa herstellen will: "Sie sind noch nicht der Moderator." Der "echte Moderator" zügelte die Diskussion und wollte wieder zum Auftritt der Bundeskanzlerin zurückkehren. 

Armin Laschet wieß darauf hin, dass Merkel ein klares Konzept hat. Trotzdem würden die Medien ein widersprüchliches Bild von ihr zeichnen. Nachdem die Kanzlerin dem Flüchtlingsmädchen Reem gesagt hatte, dass sie "nicht alle bleiben können" wurde sie vom "Stern" als "Eiskönigin" bezeichnet. Nun habe der "Spiegel" sie dagegen als "Mutter Teresa" bezeichnet.

Immer wieder fällt der Name Seehofer. Jauch fragte Scheuer, was denn wäre, wenn "Ihr Herr Seehofer" Bundeskanzler wäre – was hätte er an Merkels Stelle getan? Die Frage bezog sich darauf, dass Merkel zugetimmt hatte, die Flüchtlinge aus Budapest einreisen zu lassen. Seehofer hätte "nicht diesen Pull-Effekt ausgelöst, der nur nach Deutschland geht." "Sondern?", fragte Jauch mehrmals. Er hätte "eine Lösung geschaffen", dass nicht im September 270.000 Menschen nur nach Deutschland und vor allem Bayern kommen, antwortete Scheuer. "Ich verlange von einem Staat das Recht und Ordnung wieder Einzug hält", so der Politiker. Eine genaue Antwort hatte er trotzdem nicht parat. Man hatte das Gefühl, Scheuer wich jeder Frage aus. 

Nervigster Gast

CSU-Generalssekretär Andreas Scheuer stand mit seiner Meinung, es bräuchte einen Zuwanderungsstopp, ziemlich alleine da. Mit seinen Parolen (wie dass Recht und Ordnung geschaffen werden müsse) sorgte er bei Claudia Roth für Gänsehaut. Er redete viel, doch inhaltlich kam wenig dabei rum. Wie die CSU etwa die Zuwanderung stoppen wollte, konnte er nicht erklären. In einem Einspieler erklärte Staatsrechtler Joachim Wieland, dass Merkel und nicht Seehofer recht habe. Einen Aufnahmestopp könne es aufgrund des Grundgesetztes nicht geben. Auch das sah Scheurer anders. 

​​Sieger nach Punkten

Claudia Roth bot Scheuer Paroli. Sie wies darauf hin, dass Flüchtlinge in einer Notsituation seien und die Rhetorik von Scheuer nicht in Ordnung sei. Als Beispiel führte sie den Satz "Man muss das Staatsgebiet schützen" aus dem Munde des CSU-Generalsekräters an. "Wovon reden wir denn? Wir reden von Menschen die in Not sind" , sagte Roth. Scheuer solle bitte keine Bilder erzeugen, die suggerierten, dass Deutschland bedroht werde. Denn die Flüchtlinge seien diejenigen, die aus der Hölle fliehen, sagte sie – und erntete Applaus. Außerdem hätten in Bayern nicht einmal die Hälfte aller Gemeinden bereits Flüchtlinge aufgenommen, so Roth, die selbst aus Bayern stammt. 

Erkenntnis des Abends

"Was wir hier zelebrieren, hilft keinem Menschen", das sei "nur Gequatsche!", urteilt Hajo Schumacher am Ende der Sendung über den Diskurs.

Hier geht's zur Sendung in der Mediathek.

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