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"Glücksatlas"
Kölner sind glücklicher als Düsseldorfer

Glücksatlas 2016: Menschen in Köln sind glücklicher als in Düsseldorf
Glückliche Menschen sitzen bei Sonnenuntergang auf dem neuen Rheinboulevard am Rhein in Köln. (Foto: Archiv) FOTO: dpa, ve
Berlin. Die Menschen in Köln, Aachen und Bonn sind besonders glücklich, zumindest im Vergleich zum Vorjahr. Die Westfalen landen nur im Mittelfeld. Die Düsseldorfer sind auch nicht ganz zufrieden – das zeigt der Glücksatlas der Deutschen Post. Von Jan Drebes

Die Deutschen sind immer zufriedener mit ihrem Leben. Das ergibt sich aus dem neuen Glücksatlas, den die Deutsche Post vorstellte. Besonders glücklich sind die Menschen demnach in den Ballungsräumen um Köln, Aachen und Bonn.

So bewerteten die Kölner die Gesamtzufriedenheit mit ihrem Leben auf einer Skala von eins bis zehn mit 7,18 Punkten. Das ist ein Zuwachs von 0,11 Punkten – im Vergleich zum Vorjahr sind die Domstädter die größten Aufsteiger in Deutschland.

Eigene Gesundheit wird positiv eingeschätzt

Gründe für das gute Abschneiden der Bewohner in der Region sehen die Forscher darin, dass nirgendwo sonst in der Republik die eigene Gesundheit so positiv eingeschätzt wird. Dagegen stehen jedoch eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote und die große Anzahl an Leiharbeitern sowie eine erhöhte Armutsgefährdung. Dennoch: Insgesamt landen die Menschen in der Region Nordrhein/Köln auf dem siebten Rang – und sind damit glücklicher als die Düsseldorfer.

Nach Westfalen (Platz elf) landen die Menschen in der Landeshauptstadt mit der Beurteilung ihrer eigenen Lebenszufriedenheit nur auf Rang zwölf von 19. Nach Angaben der Wissenschaftler bewerten die Bewohner der Region Düsseldorf ihr Glücksempfinden mit einem Wert von 7,09 Punkten leicht unterdurchschnittlich.

Gründe dafür sehen die Studienautoren wie in Köln bei einer verhältnismäßig hohen Arbeitslosenquote, jede zehnte Erwerbsperson ist in der Region auf Arbeitssuche. Das ist die höchste Quote in Westdeutschland. Lichtblicke sind hingegen die überdurchschnittlich positiv bewerteten Haushaltseinkommen sowie der Anteil an Menschen, die verheiratet sind oder in einer Partnerschaft leben (71 Prozent) – für die Wissenschaftler sind das Faktoren für mehr Glücksempfinden.

Menschen in Schleswig-Holstein am glücklichsten

Bundesweit am glücklichsten sind demnach die Menschen in Schleswig-Holstein. Das nördlichste Bundesland belegt mit großem Abstand zum vierten Mal in Folge den Spitzenplatz im "Glücksatlas", besonders zufrieden ist die Bevölkerung dort mit ihrer Wohnungs- und Freizeitsituation, ihrer Gesundheit und dem Haushaltseinkommen.

Gleichzeitig gibt es zwischen Ost- und Westdeutschland eine große Kluft. Denn während bundesweit der Trend nach oben geht - die Menschen also zufriedener mit ihrem Leben sind – gaben die Ostdeutschen an, wieder unglücklicher als noch vor einem Jahr zu sein. In der regionalen Lebenszufriedenheit belegen alle neuen Bundesländer die letzten fünf Plätze. Die unzufriedensten Menschen leben in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, die zufriedensten Ostdeutschen in Thüringen.

"Je toleranter ein Mensch ist, desto zufriedener ist er mit seinem Leben"

Gemessen auf einer Skala von null bis zehn stieg das Glücksniveau der Deutschen gegenüber dem Vorjahr um 0,11 Punkte auf 7,11 Punkte. Seit 2010 verharrte es um die 7,0 Punkte. Verantwortlich für die leichte Steigerung dürften die gute Beschäftigungslage und der nachhaltige Anstieg der Reallöhne sein, sagte Glücksatlas-Mitautor Bernd Raffelhüschen.

"Die objektiven Lebensumstände haben sich deutlich verbessert", so der Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Universität Freiburg. Bei den Haushaltseinkommen und persönlichen Einkommen sei "Musik drin" wie zuletzt in den 1960er Jahren. Das seit acht Jahren anhaltende "Beschäftigungswunder" und höhere Renten täten ihr Übriges. "Deutschland ist kein Jammertal", bilanzierte Raffelhüschen.

In einem weiteren Kapitel des Glücksatlas wurde das Thema "kulturelle Vielfalt" beleuchtet. Dabei habe sich gezeigt, dass Menschen umso zufriedener sind, je mehr sie mit kultureller Offenheit und Toleranz durchs Leben gehen, sagte der Post-Konzernvorstand Jürgen Gerdes. "Je toleranter ein Mensch ist, desto zufriedener ist er mit seinem Leben." Bei der Gruppe der "wenig Toleranten" erzielten dagegen nur 16 Prozent hohe Zufriedenheitswerte. Und auch hier bleibt das Land geteilt. Während 70 Prozent der Westdeutschen es gut finden, dass Deutschland durch Einwanderung vielfältiger wird, sind es im Osten nur 56 Prozent.

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