| 16.48 Uhr

Atomgespräche mit dem Iran
Die Zeichen stehen auf Einigung

Der lange Streit um das iranische Atomprogramm
Der lange Streit um das iranische Atomprogramm
Wien. Es gibt zwar noch die ein oder andere Hürde auf dem Weg zu einem Atomabkommen, doch grundsätzlich sind alle Beteiligten zuversichtlich. Das Ende des Tauziehens ist aber noch nicht absehbar. Die letzten Schritte gelten als die schwersten.

Die Atom-Gespräche mit dem Iran kommen voran. Die Experten hätten die Arbeit an einem Vertragsentwurf praktisch beendet, erklärte der iranische Vizeaußenminister Madschid Tachte Rawanchien. "Wir machen Fortschritte sowohl in politischen wie in technischen Fragen", sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte zugleich: "Ich weiß einfach, dass die letzten Schritte die schwersten sind."

Die 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland) will mit dem Iran bis spätestens 7. Juli einen Vertrag über dessen künftiges Atomprogramm schließen. Es geht darum, dass der Iran keine Atombombe bauen kann. Zugleich sollen die Wirtschaftssanktionen des Westens gegen die Islamische Republik schrittweise aufgehoben werden.

Zu den Verhandlungen waren am Donnerstag bis auf den russischen Außenminister Sergej Lawrow alle Außenminister der beteiligten Länder für einige Stunden in Wien. Zeitgleich hatte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, in Teheran Gespräche mit der politischen Führung. Dort traf er den Chef des iranischen Sicherheitsrats, Ali Schamchani. Für den Nachmittag war eine Begegnung mit Präsident Hassan Ruhani angesetzt.

Strittig ist vor allem die Frage von Inspektionen in iranischen Militäreinrichtungen. Die IAEA wird eine entscheidende Rolle bei der Überwachung eines Abkommens spielen. Als eine der letzten Hürden gilt die Frage, wie schnell und umfassend die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Der Atom-Streit schwelt seit 2002. Damals tauchten Hinweise auf ein geheimes Atomprogramm des Irans auf. Teheran hat jegliche Absicht zum Bau einer Nuklearwaffe stets verneint.

(dpa)
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