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John Kerry in London
USA besorgt über russische Kampfjets in Syrien

Terrormiliz IS sprengt Gefängnis des Assad-Regimes
Terrormiliz IS sprengt Gefängnis des Assad-Regimes FOTO: ap
London. US-Außenminister John Kerry zeigt sich wegen der Verlegung russischer Kampfjets nach Syrien beunruhigt. Es gehe nun darum, Zwischenfälle zu vermeiden. 

Die Anwesenheit solcher Flugzeuge sei eine ernste Sache, sagte Kerry am Samstag in London. Er sei im Gespräch mit Russland, um Zwischenfälle zwischen russischen und amerikanischen Kräften in der Region zu vermeiden.

Nach US-Angaben hat Russland eine kleine Zahl Kampfflugzeuge auf einen Stützpunkt nach Syrien gebracht. Auf Twitter brachte das US-Institut für Kriegsstudien entsprechende Fotografien in Umlauf. Nach Ansicht von US-Regierungsbeamten ist dies die größte Expeditionsstreitmacht seit der sowjetischen Invasion in Afghanistan Ende der 1970er Jahre.

Russland gibt an, die Flugzeuge sollten die IS-Terrormiliz bekämpfen.
Die USA und ihre Verbündeten führen ebenfalls Luftschläge gegen den sogenannten Islamischen Staat in Syrien und im Irak. Beide Großmächte könnten sich ins Gehege kommen.

Syrische Rebellen der sogenannten Armee des Islam behaupteten in einem am Freitag veröffentlichten Video, sie hätten mehrere Raketen auf einen Luftwaffenstützpunkt in Latakia abgefeuert, den die Russen nutzen. Zu sehen ist auf den Bildern, wie Kämpfer Geschosse von einer Bergregion aus abfeuern. Russland werde in Syrien keine Ruhe haben, erklären die Rebellen.

Beobachter werteten Kerrys Äußerungen in London als stillschweigende Zustimmung zu Russlands Vorgehen. Zugleich rückte Kerry von der bisherigen US-Position ab, nach der der syrische Bürgerkrieg erst beendet werden kann, wenn Präsident Baschar al-Assad zurücktritt. Die USA könnten einer Resolution zustimmen, nach der Russlands Verbündeter Assad noch einige Zeit im Amt bleiben dürfe, sagte er.
"Wir sind nicht doktrinär wegen eines bestimmten Datums oder einer bestimmten Zeit - wir sind offen", sagte Kerry. Assad müsse nicht am ersten Tag oder im ersten Monat verschwinden.

(ap)
 
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