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"Vigilant Ace"
USA und Südkorea starten bisher größte Luftwaffenübung

"Vigilant Ace": USA und Südkorea starten bisher größtes Luftwaffenmanöver
Ein F-22 Raptor der U.S. Air Force hebt von einem südkoreanischen Luftwaffenstützpunkt ab. FOTO: dpa, AY hjb
Seoul . Die Streitkräfte der USA und Südkoreas haben ihr bislang größtes gemeinsames Luftwaffenmanöver gestartet. An der fünftägigen Übung "Vigilant Ace" in der Pazifikregion sind mehrere zehntausend Soldaten sowie mehr als 230 Militärflugzeuge beteiligt.

Das teilte die südkoreanische Luftwaffe mit. Neben den Kampfflugjets der Reihe F-22 und F-35 sollten südkoreanischen Medienangaben zufolge auch US-Langstreckenbomber des Modells B-1B zum Einsatz kommen. Das bestätigten offizielle Stellen nicht. An dem Manöver "Vigilant Ace"(auf Deutsch: "wachsames Ass") auf der Koreanischen Halbinsel sind rund 12.000 US-Militärangehörige beteiligt.

Nordkorea hatte am Sonntag erklärt, das Manöver sei eine "offene und umfassende Provokation", die jederzeit zu einem Atomkrieg führen könne. Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, H.R. McMaster, warnte vor der "jeden Tag wachsenden" Gefahr eines Kriegs mit Nordkorea.

Auch der republikanische US-Senator Lindsey Graham warnte vor einem sich anbahnenden "Präventivkrieg". Graham sagte zudem, die US-Armee solle zum Militär gehörige Familien aus Südkorea holen, da der Konflikt mit Nordkorea näher komme. Den Sender CBS sagte Graham, sollte Nordkorea erneut einen unterirdischen Atomwaffentest vornehmen, "dann sollten Sie sich auf eine sehr schwerwiegende Antwort der Vereinigten Staaten einstellen".

Chinas Außenministerium forderte am Montag alle Seiten dazu auf, gegenseitige Provokationen zu vermeiden. Die koreanische Halbinsel sei "hoch sensibel", erklärte Peking. Demnach sollten die Konfliktparteien "mehr tun, um die Spannungen zu beruhigen".

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Das japanische Parlament bezeichnete die vorangegangenen Raketentests Nordkoreas in einer Resolution als "unmittelbare Bedrohung". Ministerpräsident Shinzo Abe forderte bei einer Rede vor Abgeordneten eine "entschiedene Haltung" in der Diplomatie des Landes.

Unterdessen berichtete die Crew eines Passagierflugzeugs von einer kuriosen Beobachtung in der vergangenen Woche: Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific teilte am Montag mit, eine ihrer Flugbesatzungen habe über Japan mutmaßlich den Wiedereintritt der Rakete Nordkoreas in die Erdatmosphäre beobachtet. Die "South China Morning Post" zitierte aus einer Mitteilung des Geschäftsführers der Fluggesellschaft an die Belegschaft, wonach die Crew des Flugs von San Francisco nach Hongkong beobachtet habe, wie die Rakete explodierte.

Nordkoreas Atomwaffen- und Raketentests lösen international große Sorge aus. Zuletzt hatte das weitgehend isolierte Land am Mittwoch eine Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15 getestet.

Seit 2006 veranlasste die Führung in Pjöngjang sechs Atomwaffentests zunehmender Stärke. Nach ihren Angaben kann Nordkorea nun mit seinen Raketen das gesamte US-Festland erreichen. Der UN-Sicherheitsrat hat Nordkorea bereits mehrfach mit Sanktionen belegt.

Vor einer Woche hatte Nordkorea eine Interkontinentalrakete getestet, die Ziele auf dem US-Festland treffen kann.

(felt/juju/ap/AFP/dpa)
 
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