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Kommentar zur Eurokrise
Der Domino-Effekt hat eingesetzt

Das Lexikon der Euro-Krise
Das Lexikon der Euro-Krise FOTO: AP
Dass Spanien die internationale Gemeinschaft um Hilfe bittet, ist keine Schande, sondern eine gute Nachricht für den Euro. Für Notlagen wurde der Rettungsschirm schließlich konstruiert. Von Antje Höning

Madrid braucht Milliarden zur Rettung seiner Banken. Wenn es die nicht zu bezahlbaren Zinsen vom Kapitalmarkt bekommt, müssen die Partner ran. Eine Pleite des Landes zu verhindern, ist nicht nur im Interesse Spaniens, sondern auch der Euro-Zone. Es geht um die viertgrößte Volkswirtschaft Europas.

Schlecht für den Euro ist jedoch die Art, wie die Spanier die Krise managen. Anstatt klar zu sagen, wie viel Geld sie brauchen, stellen sie erst mal nur den Antrag in der Sache.

Unklarheit aber ist das Letzte, was die Finanzmärkte in nervösen Zeiten wie diesen brauchen. Entsprechend stark fielen Aktienkurse und Euro.

Auch glauben die Märkte nicht mehr, dass Spanien mit Hilfe für die Banken-Rettung auskommt. Am Ende dürfte der Staat als Ganzes unter den Rettungsschirm flüchten und sich dessen Sparauflagen unterwerfen müssen.

Der Versuch der stolzen Spanier, als das bessere Griechenland durch die Krise zu kommen, wird scheitern. Und mit jedem Tag, den Madrid den Kassensturz verzögert, wächst die Unsicherheit. Schon am Abend bat Zypern als fünftes von 17 Euro-Ländern um Hilfe. Der befürchtete Domino-Effekt hat begonnen.

(RP/pst)
 
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