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Flüchtlingskrise
Ungarn hat Grenze zu Kroatien endgültig abgesperrt

Fotos: Flüchtlinge aus Budapest kommen in München an
Fotos: Flüchtlinge aus Budapest kommen in München an FOTO: dpa, shp fdt
Budapest/Zakany. Ungarn hat seine mehr als 300 Kilometer lange Grenze zum EU-Nachbarland Kroatien abgesperrt, um die ungehinderte Einreise von Flüchtlingen zu verhindern. Ein Zaun entlang der Grenze wurde um Mitternacht geschlossen.

"Wir haben den Mechanismus der Grenzschließung eingeführt", sagte Regierungssprecher Zoltan Kovacs um Mitternacht im ungarischen Grenzort Zakany, wo eine Eisenbahnlinie aus Kroatien nach Ungarn führt. Nur eine halbe Stunde vor Grenzschließung seien 1200 Flüchtlinge per Eisenbahn in Zakany angekommen, berichtete das regierungsnahe Portal magyaridok.hu. Ungarische Polizisten hätten die Menschen in einen anderen Zug "getrieben", hieß es. Es sei zunächst unklar, was mit diesen Flüchtlingen weiter geschehen werde.

Pressestimmen: "Grenzkontrollen ein fatales Signal" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Am Grenzpunkt von Zakany sollte das Gleis dem Plan des Grenzschutzes zufolge mit einem Waggon verstellt werden, der mit messerscharfem Nato-Draht bedeckt ist. Ähnlich waren Ungarns Behörden einen Monat zuvor auch an der serbischen Grenze bei Röszke vorgegangen, weil viele Flüchtlinge einen aus Serbien kommenden Schienenweg zum Grenzübertritt genutzt hatten, der nicht von einem ständigen Zaun versperrt werden kann.

Mit dem Zaun an der kroatisch-ungarischen Grenze stellt sich den Flüchtlingen auf der Balkanroute ein weiteres Hindernis entgegen, nachdem Ungarn bereits vor einem Monat seine 175 Kilometer lange Grenze zu Serbien versperrt hatte. Tausende Flüchtlinge dürften jetzt neue Wege über das Euroland Slowenien im Norden Kroatiens suchen.

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(dpa)
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