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Sieg beim Deutschland-Cup
Debüt von Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm geglückt

Fotos: DEB-Team besiegt USA und gewinnt Deutschland-Cup 2015
Fotos: DEB-Team besiegt USA und gewinnt Deutschland-Cup 2015 FOTO: dpa, kjh kno
Augsburg/Düsseldorf. Durch einen 5:2-Sieg gegen die USA gewinnt das Team den Deutschland-Cup. DEB-Präsident Franz Reindl lobt Sturms Strahlkraft. Von Thomas Schulze

Marco Sturm hat stets das Ganze im Blick. Deshalb hat ihn die 2:3-Niederlage der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft gegen die Schweiz auch nicht allzu sehr geschmerzt. Er hat die Fehler analysiert, mit den Spielern darüber gesprochen und den Blick nach vorne gerichtet. Es folgten ein 4:2-Sieg gegen die Slowakei und ein 5:2-Erfolg gegen die USA.

Damit hatte Deutschland das Vier-Nationen-Turnier in Augsburg gewonnen, der Einstand von Bundestrainer Marco Sturm war geglückt, und der Erfolg ist aufgrund der Dramaturgie noch wertvoller als ein gewonnenes Länderspiel. Entsprechend überschlugen sich Spieler und Funktionäre bei den Lobeshymnen auf den neuen Hoffnungsträger. "Die Strahlkraft von Marco ist phänomenal", sagte Franz Reindl, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), der sich für die Verpflichtung stark gemacht hatte und sich bereits nach einem Wochenende bestätigt fühlt. "Man sieht es auch am Spiel der Mannschaft."

Porträt: Marco Sturm: Vom NHL-Star zum Bundestrainer FOTO: dpa, dna nic

Kapitän Patrick Reimer ist ebenfalls von Sturm angetan. "Er hat die Fehler deutlich und klar angesprochen", berichtete der ehemalige Düsseldorfer. Das geschah übrigens anders als in der Vergangenheit üblich nicht in Englisch, sondern Deutsch. "Das Schöne ist ja, dass wir bei der deutschen Nationalmannschaft sind. Da sollte man deutsch sprechen", meinte der Kölner Torjäger Philip Gogulla, der 2013 mit Sturm kurzzeitig zusammenspielte. "Er ist genauso wie damals als Spieler und versucht, Freude reinzubringen. Marco gibt uns Vertrauen, und wir reißen uns dafür den Arsch auf."

Bei aller Zuversicht, die das Engagement und der gelungene Einstand von Sturm nach jahrelanger Talfahrt mit immer neuen Tiefpunkten verbreitet hat, darf nicht übersehen werden, dass der sportliche Wert dieses Turniers überschaubar ist. Wahrscheinlich sind der wiederbelebte Teamgeist, der Wille für Deutschland zu spielen und der Optimismus weitaus höher einzuschätzen.

Marco Sturm wird sich mit Videos und Erkenntnissen im Gepäck jetzt wieder in seine Wahlheimat USA begeben. Im Februar wird es ein mehrtägiges Treffen der Nationalmannschaft geben - Teambildung. "Es wird dann kein Länderspiel stattfinden", sagt Reindl. "Marco hat andere Vorstellungen und mit seinen neuen Ideen hat er recht. Das ist eine kleine Änderung mit großer Wirkung." Das Vertrauen scheint nahezu grenzenlos und die Ziele sind klar abgesteckt: Die Verbesserung in der Weltrangliste bei der WM im Mai in Russland, die Olympia-Quali im September und die WM 2017 im eigenen Land.

Quelle: RP
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