| 08.26 Uhr

Mexiko-Stadt
FBI nimmt mexikanische Funktionäre fest

Mexiko-Stadt. Schweizer Behörden frieren im Fifa-Skandal 73 Millionen Euro auf 13 Konten ein.

Im Korruptionsskandal beim Fußball-Weltverband Fifa sind hochrangige Mitglieder des mexikanischen Verbandes in Miami vom FBI inhaftiert worden. In einer Pressekonferenz bestätigte Mexikos Staatspräsident Enrique Pena Nieto die Verhaftung von vier Personen, darunter der erst seit August tätigte Verbandschef Decio De Maria und dessen Vorgänger Justino Compean.

Pena Nieto ließ keine Zweifel an der Schwere der Beweislast gegen das Duo aufkommen. "Die mexikanische Regierung beteiligt sich angesichts der schändlichen Taten von Decio de Maria und Justino Compean an den internationalen Bemühungen, die Korruption im Fußball zu stoppen", sagte Pena Nieto. Man werde auch das Verhalten von Offiziellen der mexikanischen Liga untersuchen.

Compean ist einer von drei Vize-Präsidenten des Kontinentalverbandes für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik (CONCACAF), der nach der Verhaftung von Präsident Alfredo Hawit (Honduras) derzeit führungslos ist. Compean ist seit 1986 im Weltfußball auf Funktionärsebene tätig, zu Beginn arbeitete er als Mitglied des Organisationskomitees der WM in Mexiko.

Der frühere Fifa-Vizepräsident Eugenio Figueredo (Uruguay) muss nach seinem umfassenden Geständnis im Korruptionsskandal um zahlreiche südamerikanische Topfunktionäre des Fußball-Weltverbandes in seiner Heimat zwei bis 15 Jahre Gefängnis fürchten. Das geht aus der Anklageschrift gegen den 83 Jahre alten Ex-Boss des Kontinentalverbandes CONMEBOL wegen "Betrugs und Geldwäsche" hervor. Die Staatsanwaltschaft in Montevideo legte die Anklageschrift vor.

Die uruguayischen Ermittler begründeten ihren Strafantrag mit bemerkenswerten Erkenntnissen aus Figueredos Vernehmungen seit seiner Auslieferung aus der Schweiz an Heiligabend. Demnach hat Uruguays inhaftierter Ex-Verbandschef "nicht nur ein Monatsgehalt von 40.000 Dollar für seine Tätigkeit als Präsident des CONMEBOL erhalten, sondern außerdem monatlich 50.000 Dollar Bestechungsgelder kassiert, die er in Uruguay in Immobilien investierte".

Laut Staatsanwaltschaft kassierte Figueredo die Schmiergelder jahrelang von zwei argentinischen Sportvermarktungsfirmen, gegen die auch die US-Justiz wegen Korruptionsverdachtes ermittelt. Figueredo habe "mit arglistigen Tricks und Machenschaften" im Gegenzug für die finanziellen Zuwendungen dafür gesorgt, dass die seit Jahren bestehenden Geschäftsbeziehungen "nicht gestört wurden". Figueredo war im Mai zusammen mit sechs weiteren Fifa-Funktionären vor dem Kongress des Weltverbandes in Zürich verhaftet worden.

Schweizer Behörden haben im Zuge des Skandals 73 Millionen Euro auf 13 Konten eingefroren. Das teilte das Bundesamt für Justiz in Bern mit. Zugleich wurden der US-Justiz "erste Beweismittel für Strafverfahren gegen hochrangige Fifa-Funktionäre" übermittelt. Dabei handele es sich um Unterlagen zu 50 Bankkonten, über die Bestechungsgelder für die Vergabe von Vermarktungsrechten im Zusammenhang mit Turnieren in Lateinamerika und den USA geflossen sein sollen.

(sid)
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