2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 14.58 Uhr

Fünfstück neuer Coach
FCK: Trainer Runjaic zurückgetreten

1. FC Kaiserslautern: Trainer Kosta Runjaic zurückgetreten
Kosta Runjaic ist zurückgetreten FOTO: dpa, bwu fpt
Nach nur einem Punkt aus den zurückliegenden vier Partien ist Trainer Kosta Runjaic beim 1. FC Kaiserslautern zurückgetreten.

Die wütenden Fans skandierten zwar "Vorstand raus", am Ende hat aber der glücklose Trainer die Verantwortung übernommen: Kosta Runjaic ist nach zwei knapp verpassten Aufstiegen und dem verpatzten Saisonstart an der riesigen Erwartungshaltung beim viermaligen Meister 1. FC Kaiserslautern zerbrochen. Kurz nach dem 0:3 (0:1) am 8. Zweitliga-Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg hat der 44-Jährige, der sein Amt vor zwei Jahren angetreten hat, seinen Rücktritt erklärt. Die Nachfolge tritt der bisherige U23-Trainer Konrad Fünfstück an. Am seidenen Faden hängt der Job von Sportdirektor Markus Schupp.

"Es ist in der aktuellen Situation für die Mannschaft einfach nicht zielführend, wenn permanent eine Trainerdiskussion über ihr schwebt. Gerade wenn man einen negativen Lauf hat, braucht man positive Energie", sagte Runjaic, der mit seinem Team nur einen Punkt aus den zurückliegenden vier Spielen und insgesamt nur neun Zähler geholt hat: "Aus diesem Grund habe ich im Interesse des Vereins – der immer wichtiger ist als alle handelnden Personen – entschieden, mit sofortiger Wirkung von meinem Amt als Cheftrainer des 1. FC Kaiserslautern zurückzutreten."

Vorstandsboss Stefan Kuntz würdigte die Entscheidung des Ex-Trainers, der damit allerdings wohl nur seinem Rauswurf zuvor kam - also keine Parallele zu Lucien Favre. "Kosta hat die schlechte Stimmung im Umfeld des Vereins registriert und aus seinem großen Verantwortungsbewusstsein gehandelt, um einen neuen Impuls zu setzen", äußerte der Klubchef: "Die Entwicklung kam nicht von heute auf morgen.Letztlich haben wir seiner Entscheidung im Sinne des Vereins zugestimmt."

Ob auch der umstrittene Schupp gehen muss, wird sich zeitnah entscheiden. "Wir werden in den nächsten Tagen Gespräche mit Markus führen – mit offenem Ausgang", sagte Kuntz, der gleichzeitig Gerüchten widersprach, wonach er sich als Sportchef bei Hannover 96 und dem 1. FC Nürnberg beworben hat: "Das ist an den Haaren herbeigezogen."

Fünfstück freut sich auf die neue Aufgabe

Der 34 Jahre alte Fünfstück trainierte bereits am Mittwochnachmittag mit den Profis, die schon am Freitag beim VfL Bochum antreten müssen. "Ich freue mich sehr auf diese spannende und reizvolle Aufgabe bei einem Traditionsverein wie dem 1. FC Kaiserslautern", äußerte der bislang wenig bekannte Fünfstück.

Runjaic ließ seine Absicht schon nach dem Abpfiff der Partie am Dienstagabend durchblicken. "Ich trage die Verantwortung. Es geht um den 1. FC Kaiserslautern und die Gesamtsituation", äußerte der gebürtige Wiener, der mit seiner Frau und drei Kindern im Rheingau wohnt: "Es ist ziemlich unruhig. Das spüren die Mannschaft und der Trainer."

Bereits die zwei vierten Plätze in den beiden zurückliegenden Spielzeiten hatten am zweimaligen Pokalsieger genagt, dessen Umfeld sich nichts sehnlicher als die Rückkehr in Bundesliga wünscht. Runjaic, der im Sommer zum wiederholten Mal mit einem großen personellen Umbruch leben musste, war diese Erwartungshaltung in den zurückliegenden Wochen ein Dorn im Auge.

Der Coach, der schon nach dem verpassten Aufstieg im Sommer von Klub-Ikonen wie Hans-Peter Briegel angezählt wurde, gab durch das ständige Schönreden der mehr als durchwachsenen Leistungen ein schlechtes Bild in der Öffentlichkeit ab und machte sich damit zur Zielscheibe der Kritik von allen Seiten.

(sid)
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