| 09.49 Uhr

25 Bundesligaspiele in Folge getroffen
Leverkusener Hochgefühle

Einzelkritik: Bayers Defensive steht sicher - Bailey nicht zu bändigen
Einzelkritik: Bayers Defensive steht sicher - Bailey nicht zu bändigen FOTO: dpa, bt nic
Leverkusen. Der 2:0-Sieg gegen den FSV Mainz bringt Bayer 04 Leverkusen nicht nur Tabellenplatz zwei, sondern auch einen Vereinsrekord. Julian Brandt könnte dem FC Bayern zudem einen Korb geben und in Leverkusen verlängern. Von Dorian Audersch

Eines der wohl am häufigsten bemühten Sprachbilder im Fußball ist das des "Dosenöffners". Gemeint sind zumeist Tore, die einem bis dahin eher verkanteten Spiel die entscheidende Wende geben. Leon Baileys Treffer zum 1:0 gegen den FSV Mainz hatte genau diese Wirkung. Als sich der Schuss des Jamaikaners aus knapp 25 Metern butterweich ins lange Eck senkte (48.), da war klar, dass der Mainzer Widerstand gebrochen war. Bis dahin hatten die abstiegsbedrohten Gäste zumindest tapfer verteidigt - und Bayer 04 fehlten lange die zündenden Ideen, das Bollwerk zu überwinden. Wendells Elfmeter brachte das entscheidende 2:0 (68.).

Leverkusen hat durch den Sieg gleich mehrere Dinge erreicht: Platz zwei wurde zurückerobert, und es gab einen neuen Vereinsrekord mit 25 Bundesligaspielen in Folge, in denen ein eigener Treffer gelang. Auch die von Trainer Heiko Herrlich geforderte Revanche für die 1:3-Pleite im Hinspiel gelang in der BayArena. Einmal mehr richtete sich der Fokus auf Bailey, der seit Monaten in bestechender Form ist.

Bayer 04 - Mainz: Bilder des Spiels FOTO: dpa, bt nic

"Er ist mit seiner Qualität eine brutale Hilfe für uns", sagte Abwehrspieler Jonathan Tah. Dem 1:0 ging ein taktischer Kniff voraus: Bailey tauschte mit Julian Brandt von der linken auf die rechte Seite, wo er sich trotz seiner Flexibilität deutlich wohler fühle, wie er betonte. Die Spieler hätten sich diesen Wechsel in der Halbzeit überlegt. "Das Tor gibt ihm natürlich recht", sagte Brandt. Mainz habe daraufhin die Ordnung verloren. "Er ist ein feiner Fußballer, der auch im Training immer voll reinhaut." Seinen seit Monaten andauernden Lauf verdiene sich der 20-Jährige von Woche zu Woche. "Das ist gut für uns, denn er schießt oft das erste oder das entscheidende Tor. Das ist Gold wert."

Das Mannschaftsgefühl bei Bayer 04 könne derzeit kaum besser sein, betonte der Nationalspieler. "Die Jungs sind frei im Kopf. Da passt einfach alles. Ich würde sogar behaupten, dass sich alle überragend verstehen." Die Balance zwischen Jung und Alt stimme ebenso wie das Spielerische. "Es ist eine sehr angenehme Atmosphäre, und das spiegelt sich auch auf dem Platz wider." Heiko Herrlich habe einen großen Anteil an der Entwicklung und auch der Stimmung in der Mannschaft. "Wir haben uns auch im letzten Jahr schon gemocht, aber es war eine schwierige Saison - und jetzt sind wir alle glücklich."

Den Seitenwechsel mit Bailey nannte er "eine kleine Idee", die gut funktioniert habe. "In der Halbzeit hat Leon den Tausch vorgeschlagen, damit wir beide besser nach innen ziehen und abschließen können." Die Verwirrung des Gegners sei ebenfalls Teil des Kalküls gewesen. Der Trainer habe den beiden Offensivkräften generell die entsprechenden Freiheiten eingeräumt. "Wir können auch beide mal in die vorderste Spitze rücken, wenn es passt." Diesmal sei der Positionstausch das Mittel der Wahl gewesen.

Brandt wird schon lange mit einem Wechsel zum FC Bayern München in Verbindung gebracht. Seine jüngsten Einlassungen geben jedoch kaum Anlass zur Annahme, dass er Leverkusen unbedingt verlassen will. Sein Vertrag läuft noch bis 2019, Bayer 04 bemüht sich um Verlängerung. "Wir sind in offenen Gesprächen", sagte der 21-Jährige dem TV-Sender Sky. Man merke, dass in Leverkusen etwas Großes zusammenwachse. Vater Jürgen Brandt, der gleichzeitig auch sein Berater ist, ließ zudem kürzlich verlauten, dass sein Sohn nächste Saison mit Bayer 04 international spielen wolle.

Quelle: RP
 
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