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Bayer Leverkusen
Leverkusen weiter ohne Kapitän und Trainer

Fotos: Schmidt sieht Spiel von der Tribüne, Krösche steht an der Linie
Fotos: Schmidt sieht Spiel von der Tribüne, Krösche steht an der Linie FOTO: dpa, fve htf
Leverkusen. Die Verletzungen von sieben Profis und die Sperre von Roger Schmidt erschweren die Aufgabe gegen Bremen heute. Von Stefanie Sandmeier

Roger Schmidt hatte keine positiven Nachrichten zu verkünden. Als wären die sportliche Lage der Leverkusener nach zwei Niederlagen in der Liga und seine persönliche Situation durch die weiterhin geltende Innenraumsperre nicht schon schwierig genug, überbrachte der Trainer vor dem heutigen Heimspiel weitere Hiobsbotschaften. Sieben verletzte Profis können gegen Werder Bremen aller Voraussicht nicht mitwirken. Dazu gehört mit Lars Bender auch der Kapitän der Werkself, dessen Leidensgeschichte offenbar kein Ende nehmen will.

Schmidt wirkte etwas betrübt, als er den erneuten "Rückschlag" zu erklären versuchte. Ein Muskelfaserriss im Oberschenkel wirft den 26-Jährigen, der zuletzt monatelang an einer Sehnenverletzung laborierte, um weitere zwei bis drei Wochen zurück. "Vor der Länderspielpause", sagte Schmidt, ist an ein Comeback des Nationalspielers damit nicht zu denken, der am achten Spieltag zum letzten Mal in der Bundesliga auf dem Rasen stand. Dass er zuletzt wieder am Mannschaftstraining teilnahm und auch die Abschlusseinheit vor dem Europa-League-Spiel in Lissabon mitmachte, machte Hoffnung auf eine baldige Rückkehr.

Doch dieser Vorfall zeigt, dass in dieser Saison bei der Werkself nichts selbstverständlich ist - nicht die fußballerischen Automatismen, nicht die Konstanz und damit letztlich der Erfolg und auch nicht die Gesundheit wichtiger Spieler. "Vor zwei Wochen habe ich mich noch darauf gefreut, bald wieder alle an Bord zu haben", sagte Schmidt, in dessen Mimik durchaus ein wenig Frust zu erkennen war. Denn zuletzt schlug das Verletzungspech, das Bayer 04 in der Vorsaison verschonte, in voller Härte zu. Kevin Kampl fällt mit Wadenbeinbruch sechs Wochen aus, Stefan Kießling (Hüftprellung) zehn bis 14 Tage, Kyriakos Papadopoulos (Kapselverletzung) mindestens zwei Wochen, Ömer Toprak fehlt mit Muskelfaserriss. Hinter dem Einsatz von Jonathan Tah (muskuläre Probleme) steht ein Fragezeichen. "Tendenz aber eher nicht", erklärte Schmidt. Bei Charles Aranguiz (Aufbautraining nach Achillessehnenriss) käme eine ernsthafte Belastung zu früh.

Dass diese Ausfälle in einem Zusammenhang stehen könnten, glaubt der 48-Jährige indes nicht. "Das sind Verletzungen, die passieren, bei uns im Moment aber in einer etwas größeren Häufigkeit. Das ist manchmal auch ein unglücklicher Zufall", entgegnete der Coach, der trotzdem Optimismus versprühte ("Ich sehe die Situation als große Herausforderung"). Schmidt wird das Duell mit den Bremern, die vor drei Wochen im DFB-Pokal zeigten, wie man Bayer 04 zu Hause besiegt, wohl aus einem Büro in der Geschäftsstelle verfolgen. "Das ist keine schöne Situation und nicht glücklich. Ein Trainer sollte bei seiner Mannschaft sein, und das bin ich im Moment leider nicht."

Quelle: RP
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