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Bayer Leverkusen
Wendell hat Olympia noch nicht abgeschrieben

Bayer 04 Leverkusen: Wendell hat Olympia noch nicht abgeschrieben
Immer gut gelaunt: Wendell nimmt seine Verletzung sportlich und wünscht sich, für sein Land bei den Olympischen Spielen spielen zu können. FOTO: ksmedianet
Leverkusen. Die Teilnahme an den Sommer-Spielen im eigenen Land ist der große Traum von Bayers Außenverteidiger. Es wird ein Wettlauf mit der Zeit. Anfang Juni werden Schrauben in seinem Fuß entfernt. Danach arbeitet er weiter an seinem Comeback. Von Stefanie Sandmeier

Wann immer man Wendell zuletzt mit seinen Krücken durch die Katakomben der BayArena humpeln sah, hatte der Brasilianer ein Lächeln auf den Lippen. Schlechte Laune kennt Leverkusens Abwehrspieler scheinbar nicht. Er ist so etwas wie der Prototyp der personifizierten Fröhlichkeit. Ein Mensch, der die Dinge stets positiv nimmt. Keiner, der hadert oder schimpft – auch wenn er nach seiner Verletzung allen Grund dazu gehabt hätte.

Ende April zog er sich im Training einen Riss der vorderen rechten Syndesmose zu, der gleichbedeutend war mit dem Saisonaus. Es folgte eine Operation. Für den Brasilianer ein bitterer Rückschlag. Er fehlte seiner Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt noch um die Champions-League-Qualifikation kämpfte, im Saisonendspurt. Außerdem geriet sein großer Wunsch in Gefahr, in diesem Sommer an den Olympischen Spielen in seinem Heimatland teilzunehmen. "Ich wünsche mir sehr, dass ich noch rechtzeitig fit werde. Die Olympischen Spiele sind für mich ein großer Traum", sagt der 22-Jährige. "Für sein Land dabei zu sein, noch dazu in der Heimat, wäre etwas Außergewöhnliches, das ich gerne erleben möchte."

Das Fragezeichen, das hinter seiner Genesung steht, ist allerdings ein großes. Bis Ende diesen Monats ist der Linksverteidiger im Urlaub. Anfang Juni kehrt er nach Leverkusen zurück, wo ihm operativ Schrauben aus seinem Fuß entfernt werden. Anschließend beginnt Wendell mit dem Training, dem es wichtig ist, auch mit Blick auf die kommende Spielzeit bei Bayer 04 möglichst schnell wieder im Vollbesitz seines Leistungsvermögens zu sein. "Ich freue mich, dass wir auch nächste Saison Champions League spielen. Wir nehmen uns viel vor", erklärt der Brasilianer, der betont, "sehr glücklich" in Leverkusen zu sein.

Entgegen wiederkehrender Gerüchte, habe ein Wechsel auch vor der Verletzung nicht zur Diskussion gestanden, versichert er. "Mir gefällt Deutschland, ich fühle mich sehr wohl bei Bayer 04, und ich will auch hier bleiben", sagt Wendell. Nach dem medizinischen Eingriff wird er behutsam an die Belastungen herangeführt. Im Optimalfall reicht es dann für Olympia. Das Turnier beginnt am 4. August. Die Nationaltrainer  müssen aber zeitnah ihre Kader nominieren. Noch unklar ist, ob Brasiliens Coach das Risiko eingeht.

Der deutsche Trainer Horst Hrubesch wird seine Mannschaft bis 31. Mai benennen. Vereinbart ist, dass die Bundesliga-Klubs maximal je zwei Spieler abstellen. Sollte Wendell nicht rechtzeitig fit werden, könnte das also bedeuten, dass ein anderer Bayer-Profi nachrückt. In Frage kommen Jonathan Tah und Levin Öztunali. Sollte Julian Brandt, der von Joachim Löw in seinen vorläufigen EM-Kader berufen wurde,

die Teilnahme am Turnier in Frankreich verpassen, könnte auch er wieder ein Kandidat für Rio werden. Danny da Costa kündigte in einem Interview an, dass er auf Olympia verzichten würde, weil er sich nach seiner Rückkehr in Leverkusen ganz auf seinen neuen (alten) Klub konzentrieren möchte. Die Spiele dauern bis 21. August. Je nachdem, wie weit die deutsche Mannschaft kommt, würden die abgestellten Spieler einen Großteil der Saison-Vorbereitung verpassen.

Wendell wünscht sich, dass Deutschland im Laufe des Turniers irgendwann auf Brasilien trifft. "Dann wollen wir es besser machen als bei der Fußball-WM", scherzte er bereits in einem RP-Interview. Damals erlebte Brasilien beim 1:7 einen bitteren Abend. Ein Olympiasieg wäre für das Land überdies ein Novum, das mit seiner U 23 teilnimmt. Die Regularien erlauben, dass drei ältere Spieler im Kader stehen dürfen. Wendell versucht alles, dass auch er noch dazugehört.

Quelle: RP
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