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Bayer Leverkusen
Schmidt glaubt an die eigene Stärke

Fotos: Das ist Roger Schmidt
Fotos: Das ist Roger Schmidt FOTO: afp, pbe/iw
Leverkusen. Mutig zu spielen, sagt der Trainer der Leverkusener vor dem heutigen Duell mit dem FC Bayern München, "ist für uns die beste Möglichkeit, um zu gewinnen". Die Unruhe beim Rekordmeister ist ihm egal. Von Stefanie Sandmeier

Vom angeblich gestörten Betriebsklima bei Bayern München hat Roger Schmidt auch gelesen. Daraus aber Vorteile für seine Mannschaft abzuleiten, davon ist der Trainer der Werkself weit entfernt. "Daran, dass Bayern jetzt nicht mehr Fußball spielen kann, weil ein paar Sachen in der Zeitung standen, glaube ich genauso wenig wie daran, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet", entgegnete der 48-Jährige etwas ironisch.

Im Raum stehen unter anderem Alkohol-Vorwürfe gegen Arturo Vidal, eine Maulwurf-Affaire, Gerüchte um eine schlechte Stimmung innerhalb der Mannschaft und Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit dem Abschied von Trainer Pep Guardiola. "Ob es die wirklich gegeben hat, wissen nur die Bayern. Solche Dinge hat jeder Verein mal. Das sollte man nicht überbewerten", meinte Schmidt vor dem heutigen Duell mit dem Rekordmeister (18.30 Uhr, BayArena).

Soll heißen: Die Bayern sind immer noch die Bayern. "Wir brauchen einen super Tag. Wenn wir Effizienz in der Chancenauswertung und Spielglück haben, dann wissen wir, dass wir an einem Tag besser sein können als Bayern München - und auch gegen sie gewinnen können." Schmidt vermittelte reichlich Optimismus, dass es diesmal besser klappt als in der Hinrunde. Damals unterlag die Werkself 0:3. Die Voraussetzungen seien allerdings andere gewesen. "Wir sind jetzt weiter als zu Beginn der Saison", sagte der Coach in der Rückschau auf ein "nicht so einfaches halbes Jahr".

Sein Team hatte Ausfälle zu beklagen, dazu das Play-off-Spiel gegen Lazio Rom in den Knochen - und überdies waren Spieler wie Chicharito und Kevin Kampl noch gar nicht da. Insbesondere der mexikanische Stürmer Javier Hernández habe mit seinen 21 Pflichtspieltoren einen großen Teil zur positiven Entwicklung beigetragen.

Vor dem heutigen Aufeinandertreffen hatte die Mannschaft nun die gesamte Woche zur Vorbereitung. "Es ist angerichtet", sagte Schmidt, der auch gegen die Bayern auf Angriff setzt und selbstbewusst auftreten möchte. "Mutig zu spielen ist für uns die beste Möglichkeit, um zu gewinnen. Wir haben sicher auch das eine oder andere schwächere Spiel gemacht, seitdem ich hier bin, aber mutlos haben wir noch nie gespielt."

Der Glaube an die eigene Stärke und zu versuchen, "aus dem Spiel nicht das Spiel des FC Bayern zu machen, sondern auch das von Bayer Leverkusen", soll der Werkself gegen den souveränen Spitzenreiter helfen. Immerhin: Nur eines der letzten sechs Heimduelle ging gegen die Münchner verloren. Pep Guardiola zollte den nötigen Respekt. "Wir spielen gegen eine der besten Mannschaften in Deutschland", sagte er. Wie er in der BayArena spielen lassen, und welche Alternativen er nach dem Ausfall der Innenverteidiger Jérôme Boateng und Javier Martinez bringen wird, darüber gab er keine Auskunft. Auf jeden Fall keine Option ist der noch kurzfristig ausgeliehene Serdar Tasci. Der hatte sich im Training eine Gehirnerschütterung zugezogen und fehlt definitiv in Leverkusen.

Auch aus dieser Tatsache wollte Schmidt keinen Vorteil ableiten. "Wenn alle Spieler gesund wären, würde die Mannschaft, glaube ich, auf zehn von elf Positionen genau so aussehen wie sie am Samstag aussieht", sagte er. Und noch etwas: "Sollten wir gegen die Bayern gewinnen, heißt das nicht, dass wir auch automatisch das nächste Spiel gegen Darmstadt gewinnen. Mehr als drei Punkte gibt es auch in diesem Spiel nicht." Seite C 1

Quelle: RP
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