1. Bundesliga 16/17
| 16.20 Uhr

Baustellen im Saisonendspurt
BVB wird wohl ausmisten müssen – geht Hummels?

Fotos: Frauenschwarm, Abwehrchef, Weltmeister
Fotos: Frauenschwarm, Abwehrchef, Weltmeister FOTO: dpa, jhe
Dortmund. Nach einer verkorksten Saison kehrt bei Borussia Dortmund auch vor dem Endspurt keine Ruhe ein. Neben der erhofften Qualifikation für die Europa League stehen bei den Westfalen wichtige Personalfragen im Fokus. Die Wechselgerüchte um Nationalspieler Mats Hummels sorgen vor dem Spiel gegen Bayern München für zusätzliche Unruhe.

Erst Mario Götze, dann Robert Lewandowski, jetzt vielleicht Mats Hummels: Nach einer verkorksten Saison droht Bundesligist Borussia Dortmund seinen nächsten Leistungsträger zu verlieren. Der mögliche Abschied des Weltmeisters ist vor dem Saisonendspurt aber nur eine offene Baustelle bei den Westfalen. Sportlich will sich die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp an den abschließenden acht Spieltagen noch für die Europa League qualifizieren, die Verantwortlichen müssen zudem wegweisende Personalentscheidungen treffen.

Es werde keinen Radikalumbruch, aber eine gewisse Neujustierung geben, betonte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. "Wir sind nicht auf der Suche nach Verstärkungen. Unser aktueller Tabellenplatz verbietet große Transfers", sagte der BVB-Chef zuletzt bei Sport1.

Einnahmen aus Champions League fallen weg

Zwölf Punkte beträgt der Rückstand des Vizemeisters vor dem Spiel gegen Bayern München am Samstag (18.30 Uhr/Live-Ticker) auf den Champions-League-Qualifikationsplatz. An eine erneute Teilnahme an der europäischen Königsklasse glaubt daher in Dortmund niemand mehr. Ohne die Teilnahme an der Champions League werden dem BVB am Ende der nächsten Saison mindestens 15 Millionen Euro Ertrag fehlen.

So bleibt die Europa League ein realistisches Ziel für den achtmaligen deutschen Meister. Doch selbst die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb würde den Verbleib von Abwehrchef Hummels nicht garantieren. "Ob es die Europa League wird oder nicht", betonte der 26-Jährige im kicker, "hat keinen Einfluss auf meine Gedankengänge."

Der von mehreren europäischen Topklubs umworbene Hummels kokettiert mit einem vorzeitigen Abschied aus Dortmund. "Ich sage offen und ehrlich, dass ich über meine Zukunft nachdenke, dass ich mir derzeit überlege, was ich mir vorstellen kann", sagte Hummels: "Grundsätzlich glaube ich, dass einem das Ausland sowohl in der fußballerischen wie auch der persönlichen Entwicklung guttun wird."

Auch wenn Hummels betont, dass noch lange keine Entscheidung in irgendeine Richtung gefallen sei, und Watzke die Gedanken des Innenverteidigers als "völlig legitim" bezeichnete, dürften bei den BVB-Verantwortlichen die Alarmglocken schrillen. Nach Götze (2013) und Lewandowski (2014) würde der Wegfall einer weiteren Korsettstange schmerzen.

Zumindest den Medienberichten, wonach Hummels bei Manchester United bereits seit drei Jahren "im Wort" stehe, widersprach der Verteidiger am Dienstag vehement. "Um es klarzustellen: dieses vermeintliche 'Versprechen' ist einfach nur frei erfunden... und das ist noch die freundliche Formulierung", twitterte Hummels.

Unabhängig von der Personalie Hummels muss der BVB in den kommenden Wochen die Weichen für die Zukunft stellen. Nationalspieler Ilkay Gündogan steht vor einer Verlängerung seines 2016 auslaufenden Vertrages. "Bei Ilkay machen wir es wie bei Marco Reus: Wir reden da nicht viel darüber, sondern wir hoffen, dass er bei uns bleibt", sagte Watzke zuletzt.

28 Spieler besitzen bereits einen Vertrag für die neue Saison. "Ohne eine Doppelbelastung hätten wir die eine oder andere Planstelle im Kader zu viel", wird Watzke im kicker zitiert. Die in den vergangenen Jahren gestiegenen Personalkosten werden ohne Champions-League-Einnahmen möglicherweise reduziert.

Teure Neuzugänge wie Ciro Immobile (18,5 Millionen Euro) und Henrich Mchitarjan (26 Millionen Euro) wurden den hohen Erwartungen bisher (noch) nicht gerecht. Auch die Rückkehrer Shinji Kagawa und Nuri Sahin, dem laut Bild wegen seines Faserrisses im Adduktorenbereich und zusätzlichen Schambein-Problemen sogar das Saison-Aus droht, haben ebenfalls noch großes Steigerungspotenzial. Nicht ausgeschlossen, dass sich der BVB trotz laufender Verträge noch von einigen Spielern trennt.

(sid)
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