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Borussia Mönchengladbach
Johnson gelingt der Neustart bei Borussia

Borussia Mönchengladbach: Fabian Johnson gelingt der Neustart
Eingesprungene Ballannahme: Fabian Johnson nutzt bei Borussias 1:0-Sieg in Stuttgart die Gelegenheit, sich zu zeigen. Er ist auch am Siegtor durch Patrick Herrmann beteiligt. FOTO: Dirk Päffgen
Stuttgart. Der US-Amerikaner steht beim Rückrundenauftakt in Stuttgart in der Startelf und macht mit guten Aktionen auf sich aufmerksam. Auch an der spielentscheidenden Kombination vor dem Siegtor durch Patrick Herrmann ist er beteiligt. Von Karsten Kellermann

Fabian Johnson war dabei, als gefeiert wurde. Er war sogar einer der ersten Gratulanten bei Patrick Herrmann, kurz nachdem dieser Borussias Siegtor in Stuttgart erzielt hatte. Zuvor war Johnson auch beteiligt an der Kombination, die den Siegtreffer brachte. Er bekam den Ball von Granit Xhaka und leitete dann das Spielgerät weiter zu Branimir Hrgota, der schließlich Herrmann auf die Reise schickte.

Diese Aktion war eine von mehreren, dank derer Johnson seinen Arbeitstag in Stuttgart als "gelungen" einstufen durfte. Damit rechtfertigte der US-Amerikaner dann letztlich auch den Startelf-Einsatz, den ihm Trainer Lucien Favre erstmals seit dem siebten Spieltag in der Bundesliga gegönnt hatte.

Pressestimmen: "Nackter Kampf" FOTO: qvist /Shutterstock.com

Dass dabei vielleicht auch die Grippe, die seinen Konkurrenten Thorgan Hazard, der beim finalen Testspiel in Kaiserslautern noch erste Wahl war, in den Tagen vor dem Spiel plagte, eine Rolle spielte, war für Johnson nur eine Randnotiz. Das ist das Geschäft: Des einen Pech ist des anderen Glück. "Fabian hat eine gute Vorbereitung gespielt und auch getroffen. Da der eine oder andere nicht voll trainiert hat, ist es klar, dass ein Spieler, der die ganze Vorbereitung absolviert hat und gut beisammen ist, auch spielt", erklärte Abwehrchef Martin Stranzl.

Bislang war es vor allem Johnson gewesen, der in seiner Zeit als Borusse nicht eben die Vorteile auf seiner Seite hatte. Nach der WM stieg er im Sommer erst spät in die Vorbereitung ein - zu spät, um gleich gut dabei zu sein, als es um die Verteilung der Stammplätze ging. Und dann gab es Verletzungen, die ihn immer wieder zurückwarfen. Nun aber hat Johnson eine komplette und gute Vorbereitung gespielt. Mit der im Rücken ist der bereit, im Konkurrenzkampf auf den Flügeln fortan eine andere, größere Rolle zu spielen.

Kellermann: "Gladbach war die reifere Mannschaft"

Auf gewisse Weise war der Rückrundenauftakt für ihn ein Neubeginn in Gladbach. Und es war ein gelungener Neustart. Johnson spielte in Stuttgart auf der linken offensiven Seite. Dort, wo ihn Trainer Lucien Favre vor allem einsortiert hat. In der Hinrunde war er oft zu wenig präsent, das war jetzt anders. Johnson war oft am Ball, wirkte dynamisch und stets bereit, zu kombinieren. Zudem zog er immer wieder in die Mitte, um selbst zum Abschluss zu kommen. Zunächst wurde sein Schuss aus 16 Metern abgefälscht und verpasste knapp das Ziel. Dann sauste sein 18-Meter-Schuss am Pfosten vorbei.

Erstmals in Gladbach zeigte Johnson somit mehr von den Qualitäten, die es bei der Weltmeisterschaft in Brasilien zu bewundern gab, als er zu den besten Spielern des US-Teams gehörte. "Natürlich habe ich mich gefreut, dass ich von Beginn an ran durfte und versucht, mich zu zeigen", sagte Johnson. Seine Arbeit in der Wintervorbereitung hat sich zunächst mal gelohnt. Der Ex-Hoffenheimer hat sich neu positioniert für den Rest der Saison.

Einzelkritik: Stranzl ragt bei Borussia heraus FOTO: dpa, dna jai

Sein Pendant auf der rechten Seite, Torschütze Patrick Herrmann, war jedenfalls von der Zusammenarbeit mit dem "linken" Kollegen angetan. "Wir ergänzen uns gut. Er geht auch in die Tiefe und ist schnell", sagte Herrmann. "Fabian hat ein sehr ordentliches Spiel gemacht, wir haben über die Flügel gut Druck gemacht", befand Borussias Sportdirektor Max Eberl.

Johnson weiß aber, dass sein Trainer gerade auf den Flügeln rotiert, um immer wieder neue Impulse zu setzen. Ob er also morgen gegen den SC Freiburg wieder zur ersten Elf gehört, bleibt abzuwarten. "Wir haben gute Spieler auf der Bank", weiß er.

Vor allem ist damit natürlich Hazard gemeint. Der junge Belgier kam in Stuttgart nicht zum Einsatz - wie auch Raffael, dessen Platz im Zweierangriff neben Max Kruse Branimir Hrgota bekam. Möglich, dass Lucien Favre für das Freiburg-Spiel seine Offensivreihe umfangreich ummodelt. Johnson bleibt jedoch gelassen. Denn er weiß, dass er seinem Trainer etwas angeboten hat.

 

 
Quelle: RP
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