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Borussia Mönchengladbach
Bénes kann Dahoud-Nachfolger werden

Borussia Mönchengladbach: Laszlo Bénes kann Nachfolger von Mahmoud Dahoud werden
FOTO: ap, mm
Mönchengladbach. Mahmoud Dahoud verlässt Borussia Mönchengladbach und wechselt nach der laufenden Saison zu Borussia Dortmund. Mit Laszlo Bénes haben die "Fohlen" einen Nachfolger vielleicht  längst gefunden. Von Karsten Kellermann

Sportdirektor Max Eberl hat noch einmal die Gesetzmäßigkeiten erklärt, die für einen Verein wie Borussia Mönchengladbach gelten. "Unser Weg ist gespickt damit, dass wir Geld generieren müssen, um unseren Kader besser zu machen. Wir können nicht gänzlich auf Geld verzichten. Top-Talente haben die "Gefahr", dass sie uns mal viel Geld bringen können", sagte er. Es ging um Mo Dahoud, das jüngste Mitglied der langen Liste verlorener Söhne der Gladbacher.

Die Borussen sind in der natürlichen Nahrungskette des Fußballs aufgerückt in den vergangenen Jahren, sie haben inzwischen die Wahrscheinlichkeit verringert, dass Talente allzu schnell abhandenkommen, weil sie weit mehr zu bieten haben, als noch vor einigen Jahren. Doch wenn es um Topleute wie Dahoud geht, oder vorher Marco Reus, der ebenfalls zum BVB wegging wie jetzt Dahoud, oder Marc-André ter Stegen, der jetzt für den FC Barcelona spielt, da ist nicht viel zu machen.

Das ist Laszlo Bénes FOTO: Dieter Wiechmann

Gleichwohl haben die Gladbacher auch das Selbstbewusstsein zu sagen: Nicht jeder Wechsel ist der richtige Schritt. "Es gab zwei Spieler, wo die Schritte zu früh waren. Alexander Baumjohann und Sinan Kurt. Die Wechsel danach konnte man alle ein Stück weit verstehen. Wir können heute einen Spieler bewerten und können sagen: Ist es richtig oder nicht? Bei Mo gibt es diese Meinung von uns, ohne dass wir sagen, dass der Wechsel falsch ist", sagte Eberl. Sein Trainer pflichtet ihm bei: "Ich bin der Meinung, dass er in nächster Zeit den Schritt zu einem anderen Verein machen muss. Aber ich glaube, dass es für ihn persönlich jetzt eher ein Schritt zur Seite ist. Es wäre für ihn nicht schlecht gewesen, noch ein Jahr zu bleiben", sagte Dieter Hecking.

Tut er aber nicht. So kassiert Borussia etwa 20 Millionen Euro für den jungen Mann – und hat den Nachfolger vielleicht  längst gefunden. Und zwar schon im Sommer 2016. Damals kam Laszlo Bénes von MSK Zilina aus der Slowakei. Da waren es die Borussen, die der große, der perspektivgebende Klub waren, der dem kleineren ein Talent weglotste. Rund zwei Millionen Euro kostete der zentrale Mittelfeldspieler, der eben die Positionen spielen kann, die auch Mo Dahoud spielt: Sechser, Achter und Zehner.

Nun ist Bénes keine Kopie des zehn Monate Älteren, er ist ein anderer Spielertyp, vielleicht etwas rationaler und vertikaler ausgelegt als Dahoud, doch ist auch er ein Kreativling, der organisieren und passen und auch Tore machen kann – das zeigte er bei seinem Startelf-Debüt gegen Hertha BSC Berlin. Bénes erzielte mit einem strammen 22-Meter-Schuss das 1:0-Siegtor. "Er war für mich so ein bisschen die unbekannte Größe. Er kann viel Qualität mitbringen. Er hat sich Woche für Woche sehr gut dargestellt. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn erfahrene Spieler zu mir kommen und sagen: 'Oh, der kann was'. Wir verlieren ein sehr gutes Talent an Borussia Dortmund, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den neuen Mo Dahoud vielleicht schon hier haben", sagte Hecking.

Im bislang letzten Heimspiel vor dem jetzigen gegen Dortmund  stellte er die Doppelsechs total offensiv auf, das wird am Samstag gegen den BVB vermutlich nicht der Fall sein. Eher werden Tobias Strobl und Dahoud den Job vor der Abwehr übernehmen. Bénes muss sich gedulden auf der Bank, ist aber eine gute Alternative für viele Spielsituationen. In der nächsten Saison, das schließt Hecking nicht aus, kann Bénes dann den ganz großen Schritt machen: "Er ist seit Berlin schon viel, viel näher dran an der ersten Elf. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung", sagte der Trainer. In Richtung "neuer  Dahoud" eben. Das ist ein markiges Etikett. Doch Bénes ist bereit und lernwillig. "Laci hat die Begeisterung, die man braucht. Er will immer dazu lernen, ist wissbegierig und versucht Dinge, die man ihm erklärt, sofort umzusetzen", sagte Hecking.

Ob Thorgan Hazard gegen Dortmund in den Kader ist noch offen, indes nicht auszuschließen. Mit Hazard hätte Hecking dann eine gute Option für den Angriff, in dem Raffael weiter fehlt. Wie fit Hazard wäre, ob er auch für die Startelf infrage kommt, wenn er zum Kader gehört, das wird sich erst kurzfristig entscheiden.

 
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