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Borussia Mönchengladbach
Die Auslosung ist optimal gelaufen

Andi Schröder vom Fanclub Schweiz '93 über Bern
Meinung | Mönchengladbach. Mit der David-Rolle ist es für Gladbach vorbei. Bern heißt der Gegner in den Play-offs. Allerdings ist es keineswegs ein Freilos. Von Karsten Kellermann

Irgendwie hatten alle auf Manchester City geschaut. Den Giganten mit seinem gigantischen Trainer Pep Guardiola. Es wurde philosophiert, dass der Spanier Angst bekommen würde, wenn er in den Play-offs zur Champions League Borussia bekommen würde. Schließlich war diese zu seiner Bayern-Zeit ein arg unangenehmer Gegner. Und sie wäre es auch gewesen, wenn es nun um den Einzig in die Meisterliga geht. Ein David, der dem Goliath wehtun kann. Dass es das vermeintlich schwerstmögliche Los geben würde, war für viele Borussen fast schon abgemacht.

Doch diese hübsche Geschichte mit dem Wiedersehen mit Manchester gibt es nicht, sie ist in den vergangenen Tagen Stück für Stück weggebröckelt. Wegen der Young Boys Bern. Die Schweizer haben zunächst überraschend und trotz einer 0:2-Hinspielniederlage den Favoriten Schachtjor Donezk eliminiert, und zwar im Elfmeterschießen, und sind nun Borussias Gegner. Auch das ist ein Wiedersehen. Vor kurzem gab es noch ein Testspiel beim Uhrencup. So klein kann die Champions League sein.

Die Sinne müssen geschärft sein

Nun ist es auch vorbei mit der David-Rolle, in der es sich die Borussen in der festen Annahme ungesetzt zu sein, sehr gemütlich gemacht hatten. Gladbach ist Favorit und ist plötzlich in der Rolle, die eigentlich Manchester zugedacht war in der anderen Geschichte. Dem Druck müssen sich die Borussen stellen. Und sie tun es. Das Problem ist: Bern ist für Wunder gut. Und zwar nicht nur, wie 1954, für deutsche Nationalteams, wie am Mittwoch bewiesen wurde, sondern auch für die Young Boys. Das Wissen darum, das Schicksal von Donezk, muss und wird die Sinne schärfen.

Bern ist kein Freilos. Doch ist dieses Los die ganz große Chance, zum zweiten Mal in Folge in der Gruppenphase der Champions League dabei zu sein. Und genau diese Chance ist es, die Borussia zu verlieren hat. Man darf sagen: Was die Champions-League-Play-offs angeht, ist es bislang optimal gelaufen für die Borussen. Die Vorlage sollten sie nutzen.

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Borussia Mönchengladbach: Young Boys Bern sind kein Freilos


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