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Borussia Mönchengladbach
Die erste Herausforderung hat Borussia gemeistert

Starkregen in Manchester stoppt die Borussia
Starkregen in Manchester stoppt die Borussia FOTO: afp
Manchester. Eigentlich wäre Borussia Mönchengladbach schon wieder zurück aus Manchester, drei Tage vor dem nächsten Bundesligaspiel gegen Werder Bremen. Doch das Unwetter und die Absage der Champions-League-Partie gegen ManCity haben alles durcheinandergewirbelt. Von Jannik Sorgatz, Manchester

Am Montagmittag war alles noch ganz einfach gewesen. Borussias Profis, der Trainer- und Betreuerstab, die U19-Junioren, der Sponsorentross und die Medienvertreter flogen gemeinsam von Düsseldorf nach Manchester. Als Flug EW 6202 abhob, ahnte noch niemand, dass es eine der kuriosesten Europapokalreisen der Vereinshistorie werden würde. Ein Unwetter setzte 90 Minuten vor dem Anpfiff am Dienstag nicht nur den Rasen im Etihad Stadium von Manchester City unter Wasser, sondern auch die Zufahrtswege, im Grunde die gesamte Stadt. Aus Sicherheitsgründen sagte die Uefa das Spiel ab und legte 20.45 Uhr am Mittwochabend als neue Anstoßzeit fest. Die Regularien hätten auch einen späteren Ausweichtermin erlaubt. Doch erst zwischen dem 27. November und 2. Dezember ist unter der Woche spielfrei, es lief also schnell auf einen Nachholtermin am folgenden Tag hinaus.

Damit begann eine Organisations-Odyssee, die alle Beteiligten an ihre Grenzen stießen ließ. "Wir haben riesige Probleme, ein Flugzeug für den Rückflug zu bekommen. Ich hoffe, dass wir am Samstag gegen Bremen überhaupt auflaufen können", sagte Sportdirektor Max Eberl am späten Dienstagabend mit Wut im Bauch. Denn Borussia hatte dafür plädiert, dass das Spiel am Mittwoch am späten Nachmittag oder frühen Abend nachgeholt wird, um nach dem Abpfiff noch entspannt nach Hause fliegen zu können. Doch City sah sich nicht in der Lage, den Sicherheits- und Ordnungsdienst für diese Uhrzeit zu organisieren. Die Uefa hätte Borussias Wunsch dem Vernehmen nach entsprochen. "Wir verstehen, wie das alles zu Stande gekommen ist. Die Sicherheit hat immer Vorrang. Aber ich habe schon das eine oder andere Mal geschluckt", sagte Eberl. Er hätte sich etwas mehr Entgegenkommen seitens der Engländer gewünscht.

Es half alles nichts. In der Nacht glühten die Drähte und am nächsten Morgen hatte Borussia tatsächlich schon alles auf die Beine gestellt. In Manchester schien da übrigens längst wieder die Sonne bei 25 Grad. Aus einem Flieger wurden drei. Die U19, die ihren ersten Auftritt in der Youth League 1:4 gegen City verloren hatte, reiste bereits vor dem Champions-League-Spiel der Profis zurück. Journalisten und Sponsoren müssen eine Dreiviertelstunde nach dem Abpfiff zum Flughafen fahren und landeten in Köln/Bonn statt in Düsseldorf. Die Mannschaft und der Stab verbringen noch eine Nacht im England, um dann am Donnerstag gegen 10.30 Uhr direkt nach Mönchengladbach zu fliegen. Gegen 14 Uhr soll bereits am Borussia-Park trainiert werden.

Am bittersten war die Absage jedoch für einen Großteil der ursprünglich 1600 Gladbacher Fans, die das Spiel bei ManCity sehen wollten. Nur ein paar hundert konnten Flüge umbuchen. Oder sie ließen sie verfallen und buchten neue, was teilweise deutlicher günstiger war. Immerhin teilte Borussia mit, dass sie für alle die kompletten Kosten für die Eintrittskarten übernimmt.

Im ansonsten fast menschenleeren Stadion hatten die Fans trotz der Absage mit der Mannschaft gefeiert und Borussia als "geilsten Klub der Welt" besungen. Kreativ waren auch die Fans in den sozialen Netzwerken. Bei Twitter pfiffen sie die Partie am Dienstag trotzdem an. Das fiktive Duell mit ManCity gewann Borussia – obwohl sie gehörig "ins Schwimmen" geriet und Spiel zeitweise "vor sich hin plätscherte".

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