1. Bundesliga 16/17
| 20.28 Uhr

Ingolstadt sauer auf Schiedsrichter Winkmann
BVB-Trainer Tuchel gesteht "glücklichen Sieg" ein

Schiedsrichter rettet Hummels vor Eigentor
Schiedsrichter rettet Hummels vor Eigentor FOTO: Screenshot Sky
Dortmund. Borussia Dortmund wird sich vermutlich nicht in einer Protestnote über Schiedsrichter Guido Winkmann beschweren. Der Unparteiische aus dem niederrheinischen Nütterden hat den BVB jedenfalls in der Begegnung mit dem lästigen Neuling FC Ingolstadt nicht gerade benachteiligt. Von Robert Peters

Als der Dortmunder Verteidiger Mats Hummels kurz vor der eigenen Torlinie den Ingolstädter Stürmer Dario Lezcano Farina zu Boden rang, wertete Winkmann das als professionelle Zweikampfhärte. Als Hummels im zweiten Durchgang hart attackiert wurde und den Ball aus lauter Not ins eigene Tor hob, erkannte Winkmann auf Foul. Und als Pierre-Emerick Aubameyang zwölf Minuten vor dem Ende den Ball ins Netz köpfte, übersah Winkmann die Abseitsstellung des Torschützen. Drei kritische Situationen und zumindest eine klare Fehlentscheidung – vor dem Tor zum 1:0.

Die Dortmunder konnten sich damit natürlich eher anfreunden als die Ingolstädter, die auch noch das zweite Gegentor einstecken mussten, wieder durch Aubameyang und diesmal völlig korrekt. Der BVB bleibt nach dem glanzlos erarbeiteten 2:0-Sieg weiter der einzige "Verfolger" der Bayern.

Fotos: Aubameyang trifft aus Abseitsposition FOTO: Screenshot Sky

Deshalb gingen die Dortmunder Spieler schnell zur Tagesordnung über. "Ingolstadt macht es einem nicht leicht, wenn man Fußball spielen will", sagte Gonzalo Castro, "die Spieler lassen einem 90 Minuten keine Ruhe, die verteidigen ganz stark." Über die kritischen Szenen wollte er lieber nicht sprechen.

"Hummels darf wahrscheinlich keine Eigentore machen"

Das tat der Ingolstädter Kollege Marvin Matip. "Ich will niemanden beschuldigen", versicherte der Verteidiger, "aber wir sind durch drei Entscheidungen um unseren Ertrag gebracht worden. Wenn in der ersten Halbzeit ein Elfmeter und eine Rote Karte gegeben werden, dann läuft das ganz anders. Das erste Tor war abseits. Und Hummels darf wahrscheinlich keine Eigentore machen."

Dortmund - Ingolstadt FOTO: dpa, bt nic

Winkmann bekam das Bild vom Abseitstreffer sogar noch von der Dortmunder Stadionregie als zusätzlichen Service auf der Videowand serviert. Aber er mochte wohl nicht als Pionier des Videobeweises in die Geschichte des deutschen Fußballs eingehen. Spiele wie das in Dortmund werden die Gespräche über den Filmbeweis sicher wieder beleben.

In die Bundesliga-Historie wird die Begegnung aber kaum wegen ihrer spielerischen Klasse und wegen des Unterhaltungswerts eingehen. Davon hatte die Partie bei lausigen Temperaturen und Dauerregen auch nichts. Ingolstadt unterstrich die defensiven Qualitäten, bot eine eindrucksvolle Laufarbeit und zerstörte die Ansätze von Dortmunder Aufbauspiel lange sehr erfolgreich. Der BVB kam nicht ins Tempospiel, weil seine Spieler sich zu oft in den engen Maschen des Ingolstädter Mittelfelds verfingen. Vor dem ersten Tor nutzte Flankengeber Lukasz Piszczek einen der wenigen Momente, in denen auf dem Flügel die Ingolstädter Ordnung nicht stimmte. Und vor dem zweiten Treffer sezierte Castro mit einem durchgesteckten Pass die Deckung der Gäste. Wenig für eine Mannschaft mit den Dortmunder Ambitionen, genug für den 14. Saisonsieg.

Dortmunds Trainer Thomas Tuchel räumte wohltuend selbstkritisch ein, "dass es sich sehr, sehr bescheiden anfühlt. Es war ein Abseitstor, das das Spiel entschieden hat. Das ist unkritisch. Bei den beiden anderen Situationen hatten wir Glück, das so entschieden worden ist. Es waren keine Fehlentscheidungen, aber es hätte auch anders entschieden werden können". Er klagte nicht darüber, dass ihm seine Nationalspieler Marco Reus und Ilkay Gündogan wegen eines Infekts fehlten. Auch das ehrt ihn.

(pet)
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