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Terrorgefahr
Ein Drittel der Fußball-Fans meidet Public Viewing

EM 2016: Hier gibt's Public Viewing in Düsseldorf
EM 2016: Hier gibt's Public Viewing in Düsseldorf FOTO: Bretz, Andreas
Paris . Soll die EM in Frankreich im Falle eines Anschlags abgesagt werden? Diese Frage spaltet die deutschen Fußball-Anhänger. Auch hierzulande macht sich die Angst vor Terror bemerkbar. Aber der Großteil der Fans will sich die Partylaune nicht verderben lassen.

Die Angst vor Terrorattacken wirkt sich auch auf die Partykultur der Fußball-Fans in Deutschland zur EM aus. Knapp ein Drittel (30 Prozent) der an Fußball interessierten Erwachsenen wird aus Furcht vor Anschlägen öffentliche Plätze meiden und die Spiele nicht auf Großleinwänden verfolgen.

Die Mehrheit (59 Prozent) will sich den Spaß am Public Viewing allerdings nicht verderben lassen, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab. Elf Prozent machten keine Angaben.

EM 2016: Hier gibt es Public Viewing in Mönchengladbach FOTO: Reichartz,Hans-Peter

Das Turnier geht an diesem Freitag an den Start. Bis 10. Juli werden in zehn französischen Stadien 51 Partien gespielt. Mit Blick auf die Terroranschläge in Paris oder Brüssel ist das Sicherheitsrisiko für viele enorm.

Boateng-Familie nicht im Stadion

Em 2016: Hier gibt es Public Viewing in Köln

Nationalspieler Jerome Boateng verzichtet aus Sicherheitsbedenken auf die Unterstützung seiner Liebsten. "Meine Familie und meine Kinder werden nicht ins Stadion kommen", sagte Boateng der Sport Bild: "Das Risiko ist mir einfach zu groß."

Es sei "natürlich einerseits traurig, dass man sich mit solchen Themen auseinandersetzen muss. Andererseits sind zuletzt eben viele Dinge passiert, die einen nachdenklich machen", erläuterte der Abwehrchef des Weltmeisters: "Ich für meinen Teil will mich bei der EM allein auf Fußball konzentrieren können, und da fühle ich mich einfach wohler, wenn meine Familie nicht im Stadion sitzt."

Terrorwelle erschüttert Paris FOTO: dpa, yv ks

42 Prozent der Befragten gehen von einer hohen Anschlagsgefahr in Frankreich aus. Für 44 Prozent besteht ein mittleres Risiko. Für jeden Zehnten ist die Gefahr gering. Nur ein Prozent geht von keinem Risiko aus. Das Bundeskriminalamt und die französische Regierung hatten bereits vor möglichen Terrorangriffen im EM-Land gewarnt.

Seit den Anschlägen in Paris im November, bei dem unter anderem während des Länderspiels Frankreich-Deutschland vor dem Stade de France in Saint Denis mehrere Sprengsätze gezündet wurden, ist das Land im Ausnahmezustand.

Die Frage, ob nach einem folgenreichen Terroranschlag die EM abgesagt werden soll, spaltet die Fußball-Fans: 43 Prozent der Befragten sind dafür, 43 Prozent dagegen. 13 Prozent machten keine Angabe.

(dpa)
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