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Fortuna Düsseldorf
Fortunas Fans feiern Retter Funkel

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Fotos: FOTO: Falk Janning
Braunschweig. Der Trainer hat seine Aufgabe erfüllt und die Düsseldorfer in der Zweiten Liga gehalten. Sein Verbleib ist Formsache. Von Bernd Jolitz

Es sind bewegende Minuten im Stadion an der Hamburger Straße. Während die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf nach ihrem verdienten 2:0-Sieg bei Eintracht Braunschweig in die Gästekurve kommt, um mit den Fans den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga zu feiern, donnert von den Rängen immer wieder ein Name herunter: "Friedhelm Funkel, Friedhelm Funkel!" Fast ist es dem erfahrenen Trainer etwas unangenehm. Er zeigt auf die Spieler, auf die Fans, will damit andeuten, wer aus seiner Sicht die Sieger des Tages sind.

Die Anhänger jedoch geben keine Ruhe, bis der 62-Jährige selbst an den Zaun kommt, senden ihm tosenden Applaus und neue Sprechchöre entgegen. Funkel steht fassungslos da, wendet sich schließlich mit einem Winken und verdächtig schimmernden Augen ab. "Diese Fans sind großartig", sagt er, "einfach fantastisch. Ihr Rückhalt auch in ganz schwierigen Zeiten, ihre leidenschaftliche Unterstützung, das alles hat entscheidend zum glücklichen Ende dieser schlechten Saison beigetragen."

Doch selbst nachdem Funkel den Innenraum verlassen und sich in den vergleichsweise nüchternen Pressekonferenzraum begeben hat, nehmen die Lobeshymnen auf ihn kein Ende. "Ich freue mich sehr, dass ich Friedhelm in der nächsten Saison als Trainer der Fortuna wiedersehen werde", sagt Braunschweigs Coach Torsten Lieberknecht ins Mikrofon.

Fotos: Friedhelm Funkel – Rekord-Aufstiegstrainer aus Neuss FOTO: dpa, Rolf Vennenbernd

"Wir werden uns jetzt erst einmal zusammensetzen und alles besprechen", kommentiert Funkel vorsichtig und muss doch wie alle Umstehenden wissen, dass eine Vertragsverlängerung angesichts seiner erfüllten Mission nur Formsache sein kann. Lieberknecht sind solche Detailfragen wurscht, er macht mit seiner Eloge einfach weiter. "Friedhelm war meine Ikone, als ich als Fan des 1. FC Kaiserslautern auf den Rängen stand und er auf dem Rasen ackerte. Und bis heute hat er kein Gramm Fett auf den Rippen." Worauf Funkel kontert: "Stimmt, Torsten hat mich eben abgetastet."

Auch bei ihm ist die Stimmung gelöst, weil seine Mannschaft die Rettung doch noch aus eigener Kraft geschafft hat. Sie ist nicht auf Schützenhilfe der in Düsseldorf herzlich ungeliebten Leipziger angewiesen - die beim peinlichen 0:1 der Sachsen in Duisburg ohnehin ausgeblieben wäre. Doch die Freude über sein Team verstellt Funkel nicht den Blick auf die anstehenden Aufgaben. "Der Verein will einige Dinge verändern und er muss einige Dinge verändern", sagt er klar.

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Der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer hält es ebenso. "Wir sind sehr erleichtert und sehr froh", gibt Schäfer zu Protokoll. "Jetzt freuen wir uns erstmal, dann werden wir uns viele Themen angucken und fragen: Wie kam es dazu, dass die Mannschaft so tief abrutschen konnte?" Vorschnelle, allzu einfache Antworten lässt er nicht zu. Und auf manche wichtige Frage gibt es auch noch gar keine Antwort. Wer zum Beispiel den besten Torschützen der Saison ersetzen soll, Kerem Demirbay, auf dessen Konto beide Treffer in Braunschweig gehen. Fortunas Lebensversicherung war vom HSV nur ausgeliehen, ist nicht zu halten.

Ein erstklassiger Stürmer wird ebenfalls gesucht. Die möglichen Leihgeschäfte mit Borussia Mönchengladbach sind nur ein zarter Anfang: Bei Innenverteidiger Marvin Schulz sind die Hoffnungen eher gering, da auch ein Erstligist mit im Rennen ist, beim torgefährlichen Mittelfeldspieler Marlon Ritter stehen die Chancen besser. Doch weitere Verstärkungen müssen her, wenn Fortuna eine neuerliche Zittersaison vermeiden will. Je schneller Funkels Vertragsverlängerung unter Dach und Fach ist, desto eher kann die konkrete Arbeit beginnen.

Quelle: RP
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