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Fortuna Düsseldorf
Fortuna entdeckt den Teamgeist

Einzelkritik: Durchschnittliche Leistung reicht Fortuna
Einzelkritik: Durchschnittliche Leistung reicht Fortuna FOTO: dpa, rwe soe
Düsseldorf. Der Fußball-Zweitligist stoppt mit dem 1:0-Erfolg gegen Arminia Bielefeld den Abwärtstrend. Ausschlaggebend dafür ist die Bereitschaft jedes Einzelnen, die Fehler der Kollegen auszubügeln. Von Bernd Jolitz

Versprochen hatten Fortunas Spieler nach der bitteren 0:3-Niederlage in Kaiserslautern vieles. "In jedem Fußballprofi steckt auch eine Drecksau", hatte Regisseur Kerem Demirbay plakativ geäußert. "Wir werden sie jetzt herauslassen." Ob sie sich mit diesem Begriff passend beschrieben sahen, müssen die 14 Kicker, die beim 1:0 gegen Arminia Bielefeld eingesetzt wurden, selbst entscheiden. Fest steht, dass jeder bereit war, den entscheidenden Schritt mehr zu laufen und sich für die Mannschaft zu zerreißen.

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Demirbay selbst lieferte dafür ein gutes Beispiel. Normalerweise liegen die Stärken des 22-Jährigen eher im gepflegten Fußballspiel, in seiner Ballbehandlung. Am Freitag jedoch begab die Leihgabe des HSV sich mit Wonne in die Waagerechte, warf sich in Schüsse und Pässe der Bielefelder und war sich auch nicht zu schade, einmal eine rustikale Grätsche anzusetzen.

 

"Wir haben uns für die Leidenschaft belohnt, für das, was wir heute abgeliefert haben", sagte Demirbay. "Es war nicht nur ein Dreier, es war wichtig für den Kopf, für jeden Einzelnen von uns." Weil jeder am Ertrag sehen konnte, dass sich das Umschalten auf den "Aufgekrempelte-Ärmel-Modus" sogleich ausgezahlt hat. Fortuna hat den Teamgeist entdeckt - und zugleich die simple Tatsache, dass die Bereitschaft zur harten Arbeit im Fußball oftmals belohnt wird. Deshalb wollte Trainer Frank Kramer seine personellen und taktischen Umstellungen auch nicht zu hoch gehängt wissen. "Die Einstellung hat eher gefruchtet als die Umstellungen", sagte er bescheiden. "Diesen Sieg möchte ich ganz der Mannschaft zuschreiben. Schön, dass sie gewillt ist, die Situation anzunehmen und das auch jedem deutlich zu zeigen."

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"Jetzt ist erst einmal ein großer Frust von uns abgefallen", ergänzte Sercan Sararer. "Aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen - wir müssen weiter so engagiert auftreten und dürfen uns nicht auf einer einzigen Leistung ausruhen." Der frühere Stuttgarter hatte mit einer Energieleistung den einzigen Treffer erzwungen, indem er auf der linken Seite bis zur Grundlinie durchsprintete und dann Arminia-Keeper Wolfgang Hesl anschoss, von dessen Bein der Ball ins Netz prallte. "Ich hatte zwei Gedanken in einem, ich wusste selber nicht, wohin ich schieße", erinnert sich Sararer.

Wie seine Teamkollegen richtete der 25-Jährige den Blick schnell nach vorn. "Ich persönlich mag Abstiegskampf überhaupt nicht, deshalb will ich da so schnell wie möglich raus", berichtete der Angreifer schmunzelnd.

Die "robuste Verteidigung", die Kramer gegen Bielefeld ausgemacht hatte, könnte der Schlüssel zu diesem Unterfangen sein. Der ins Team zurückgekehrte Adam Bodzek spielte dabei eine wichtige Rolle - und unterstrich damit, dass Kramers Umstellungen doch nicht so unwichtig waren, wie der Trainer selbst es darstellte. Da auch Julian Koch in seiner neuen Rolle als Rechtsverteidiger und Marcel Sobottka auf der Sechs überzeugten, griffen die wichtigsten Maßnahmen. Ob Teamgeist und Taktik nachhaltig stimmen, werden die nächsten Spiele zeigen.

Quelle: RP
 
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