1. Bundesliga 16/17
| 20.36 Uhr

Eklat nach 3:3 gegen Gladbach
"Knurrer" Stevens: "Ab und zu musst du mal draufhauen"

Porträt: Huub Stevens: Bundesliga-Hopper mit Oranje-Gen
Porträt: Huub Stevens: Bundesliga-Hopper mit Oranje-Gen FOTO: dpa, bt hpl
Sinsheim. In den ersten drei Spielen unter seiner Leitung war der TSG Hoffenheim gar kein Tor gelungen. Dann reichten drei Treffer gegen Borussia Mönchengladbach nicht zum Sieg. Huub Stevens' gereizte Stimmung bekam ein Journalist ab – doch es gab eine Vorgeschichte.

"Sie haben gesagt, dass Sie die Mannschaft zunächst einmal von hinten aufbauen wollen. Jetzt haben wir heute eine sehr offensivstarke Mannschaft von Ihnen gesehen. Passt dieser Stil besser?", wollte Joachim Klaehn, der Sportchef der Rhein-Neckar-Zeitung aus Heidelberg, wissen. 

Schon während der Frage wanderten Stevens' Augen genervt durch den Presseraum. Der Niederländer, der am Sonntag 62 Jahre alt wird, zog die Nase hoch und knurrte in bekannter Manier los: "Sie sind diese Woche nicht beim Training gewesen, oder?"

Nach einer Journalisten-Schelte wandte sich Stevens ganz konkret an den Berichterstatter der größten Regionalzeitung der Region, die für eine vereinskritische Haltung bekannt ist. Dem Hoffenheimer Trainer hatte der Vorbericht zum Spiel gegen die Borussia missfallen, in dem es über seine "Strategie" im Umgang mit den Medien hieß: "Reden und doch (fast) nichts sagen." 

Stimmen: Das sagen die Trainer zum 14. Spieltag der Saison 2015/16 FOTO: dpa, fve axs

Das wollte Stevens nicht auf sich sitzen lassen. "Ich habe unheimlich viel in der Pressekonferenz gesagt und Sie schreiben dann, dass ich nicht so viel gesagt habe. Dass Sie das nicht hören, da kann ich nichts für", sagte er und fasste sich theatralisch an die Ohren: "Ich glaube, dass etwas an den Dingern fehlt." Danach bat er um die "nächste Frage, von einem anderen Journalisten", woraufhin Klaehn sich wehrte: "Ich habe eine anständige Frage gestellt und bitte Sie einfach um eine anständige Antwort."

Stevens versuchte, die Diskussion zu beenden, indem er sagte: "Sie haben eine anständige Antwort von mir gehabt." Danach lächelte der "Knurrer von Kerkrade" genüsslich, zuckte mit den Schultern und wandte sich an einen anderen Medienvertreter: "Ab und zu musst du mal draufhauen." Fertig war Stevens nach dem Eklat noch immer nicht. "Du bist es eigentlich nicht wert, Junge", warf er Klaehn zum Abschluss an den Kopf. 

Nach dem siebten Spiel ohne Sieg, dem mittlerweile vierten unter Stevens, liegen die Nerven offenbar blank bei Hoffenheim.

Hier gibt es die Journalisten-Schelte im Video:

Gereizt! Muss manchmal einfach draufhauen: Huub Stevens.

Posted by Sportschau on  Samstag, 28. November 2015
(jaso)
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