2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 15.39 Uhr

Zweite Heimat
VfB-Trainer Jürgen Kramny kehrt nach Mainz zurück

VfB Stuttgart: Jürgen Kramny kehrt in die Heimat zum FSV Mainz 05 zurück
Jürgen Kramny bestreitet sein drittes Spiel als VfB-Coach gegen seinen alten Klub. FOTO: dpa, bt htf hak
Stuttgart. In der Brust des Interimstrainers des VfB Stuttgart schlagen heute Abend wohl zwei Herzen: Jürgen Kramny war zwölf Jahre lang bei Mainz 05 beschäftigt.

Die Gefühle sind da, die Erinnerungen kommen hoch. Wie sollte es auch anders sein? Jürgen Kramny hat schließlich 15 Jahre lang in Mainz gelebt, seine beiden Kinder wurden dort geboren, es ist seine "zweite Heimat", er ist dem Verein und der Stadt "nach wie vor sehr verbunden". Und weil er zu jener Mannschaft gehörte, der 2004 unter dem Trainer Jürgen Klopp der Aufstieg in die Bundesliga gelang, ist Jürgen Kramny in Mainz nach wie vor ein kleiner Held. 

Kramny: Es wird ein emotionales und ganz besonderes Spiel"

Es wird also, gesteht Kramny, für ihn "ein emotionales und ganz besonderes Spiel" werden am Freitagabend in Mainz (20.30 Uhr/Sky) - allerdings nicht nur für ihn. Alle Spiele des VfB Stuttgart sind derzeit emotional und ganz besonders, weil die Schwaben wieder mal im Abstiegskampf zu versinken drohen. Da sind Kramnys Befindlichkeiten unwichtig. "Es bleibt keine Zeit, um nach links und rechts zu schauen", sagt er selbst.

Allerdings, und da ist Kramny gerade heraus, "wäre es blöd, wenn ich sagen würde, das wäre nichts Besonderes". Für Mainz hat er gespielt. Nachdem sein ehemaliger Zimmerkollege Klopp ihn als Spieler aussortiert hatte, wurde er Coach der U19 und Co-Trainer von Jörn Andersen bei den Profis. Als der Norweger aber entlassen wurde, machten sie nicht den Assistenten zum Chef, sondern Thomas Tuchel von der U19. Kramny musste gehen - und er ging zurück nach Stuttgart.

Die Rückkehr könnte angenehmer sein. Mainz 05 hat nur drei Punkte Rückstand auf einen Champions-League-Platz, ist seit fünf Spielen unbesiegt und hat in diesen fünf Spielen elf Punkte geholt. Mainz hat, und darauf weist Kramny gerne hin, davor auch "zwei Heimspiele verloren". Ansonsten nennt er Mainz eine "effizient spielende Mannschaft", und weil es ein Abendspiel ist, werde es automatisch zur Sache gehen.

Stutttgart braucht unbedingt einen Sieg

Stuttgart wiederum hat derzeit drei Punkte Rückstand auf Rang 15, erst dreimal gewonnen, ist seit vier Spielen sieglos und hat den einzigen Punkt aus diesen vier Spielen am vergangenen Sonntag im zweiten Spiel unter Kramny gewonnen. "Darauf können wir aufbauen", beteuert der 44-Jährige, "wir brauchen Leute, die sich zeigen und immer die nächste Chance im Auge behalten." In Mainz brauche es außerdem "Coolness".

In Mainz braucht es aus Sicht des VfB Stuttgart unbedingt mal einen Sieg. "Das Allerwichtigste sind gute Ergebnisse", sagt der Interimstrainer, und er sagt es als Antwort auf die Frage, wie groß seine Chance auf eine Beschäftigung über die Winterpause hinaus sei. Kramny ist selbstbewusst: "Ich sehe diese Chance." Und auch in Mainz traut man es ihm inzwischen zu. "Es wäre schön, wenn der nächste Ex-Mainzer als Trainer in der Bundesliga Fuß fassen könnte", sagt 05-Manager Christian Heidel.

(sid)
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