| 22.06 Uhr

Prothesen-Springer
Rehm springt beste Weite, wird aber nicht deutscher Meister

Fotos: Rehm springt in Nürnberg am weitesten
Fotos: Rehm springt in Nürnberg am weitesten FOTO: dpa, shp fdt
Nürnberg. Wegen seiner Prothese und Nicht-Nominierung für die Leichtathletik-EM im vergangenen Jahr hatte Markus Rehm als deutscher Weitsprung-Meister für Schlagzeilen gesorgt. Und dieses Mal lag er wieder vorn. Den Titel holte aber der junge Fabian Heinle.

Prothesen-Weitspringer Markus Rehm hat erneut einen Coup bei den nichtbehinderten Leichtathleten gelandet - diesmal allerdings ohne Wert. Der Paralympics-Sieger aus Leverkusen schaffte mit 8,11 Metern am Freitagabend bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg die Tagesbestweite. Der Titelverteidiger hatte aber außerhalb der Wertung antreten müssen. Meister wurde der Tübinger Fabian Heinle mit 8,03 Metern.

Heinle darf nun zur WM Ende August in Peking. "Es wäre schön, wenn ich dort die Qualifikation überstehen kann", meinte der 21-Jährige. Bei den Frauen gewann Lena Malkus aus Münster mit 6,74 Metern. Erstmals fand der Weitsprung außerhalb der Stadion-Wettkämpfe auf dem Hauptmarkt statt.

Rehm hatte 2014 in Ulm als erster Behindertensportler den Weitsprung bei den Nichtbehinderten gewonnen - mit 8,24 Metern vor dem mittlerweile zurückgetretenen Christian Reif. Trotz erfüllter EM-Norm war er vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nicht für Zürich nominiert worden. Biomechanische Messungen hätten gezeigt, dass er durch seine Karbon-Prothese im Vorteil gegenüber nichtbehinderten Springern gewesen sein soll. Doch das ist umstritten - und bis heute nicht erwiesen. Seinen Titel durfte Rehm damals behalten.

Auf Rang zwei bei den Männern landete der Leverkusener Alyn Camara mit 7,97 Metern. Vor dem letzten Durchgang hatte es eine Unterbrechung gegeben, weil der Absprung-Balken auf der Anlage etwas abgesackt war.

Vor 4000 Zuschauern hatten die Frauen zunächst etwas Schwierigkeiten beim Anlauf auf dem ungewohnten Podeststeg. So blieb Hallen-Vize-Europameisterin Sosthene Moguenara vom TV Wattenscheid als Zweite mit 6,65 Metern unter ihren Möglichkeiten. Die 25-Jährige hatte in diesem Jahr wie Malkus schon 6,94 erreicht. Malkus und Moguenara haben dennoch ihr WM-Ticket sicher. Dritte wurde Nadja Käther aus Hamburg mit 6,56.

Mitfavoritin Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz verließ als Neunte unter Tränen die Wettkampfstätte, darf mit einer Vorleistung von 6,79 Meter dennoch auf eine China-Reise hoffen.

(dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Markus Rehm springt beste Weite, wird aber nicht deutscher Meister


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.