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Pyeongchang 2018
Olympisches Feuer für Winterspiele entzündet

Olympia 2018: Olympisches Feuer entzündet
Olympia 2018: Olympisches Feuer entzündet FOTO: afp
Olympia. Mit der Entzündung des Olympischen Feuers gehen die Vorbereitungen auf die Winterspiele 2018 auf die Zielgerade. Bei der Zeremonie im antiken Olympia lief allerdings nicht alles glatt - es passt unfreiwillig ins Bild beim IOC.

Für das schlechte Wetter konnten Thomas Bach und seine Mitstreiter im Internationalen Olympischen Komitee nun wirklich nichts. Doch dass der Funke bei der Entzündung des Olympischen Feuers 108 Tage vor Eröffnung der Winterspiele 2018 in Pyeongchang/Südkorea (9. bis 25. Februar) auf dem traditionellen Weg nicht überspringen wollte, passte unfreiwillig ins Bild beim Ringeorden. Das IOC und die olympische Bewegung befinden sich in schwierigen Zeiten.

Neben der zugespitzten politischen Lage auf der koreanischen Halbinsel und den damit einhergehenden Sicherheitsbedenken einiger prominenter Sportler muss die Führung um den 1976er Fecht-Olympiasieger Bach weiterhin den Staatsdopingskandal in Russland sowie die Korruptionsaffäre um Carlos Arthur Nuzman, Organisationschef der Sommerspiele 2016 in Rio, aufarbeiten - und zwar möglichst, bevor es in weniger als vier Monaten in Ostasien losgeht. Ganz zu schweigen von den fast schon chronischen Problemen, klassische Sportnationen für die Gastgeberrolle zu begeistern.

Die Feierstunde im Heiligen Hain des antiken Olympia in Griechenland sollte da ein schöner Kontrast werden. Allein der wolkenbedeckte Himmel und einige Regentropfen störten die perfekt choreographierte und inszenierte Show.

"Apollon, Gott der Sonne und des Lichtes, schicke deine Strahlen und zünde die Fackel für die gastfreundliche Stadt von Pyeongchang an", sagte die Hohe Priesterin, dargestellt von der griechischen Schauspielerin Katerina Lechou - vergeblich. Um 11.33 Uhr (MESZ) wurde daher das bei der Generalprobe eingesetzte Ersatzfeuer genutzt. Der Parabolspiegel, mit dessen Hilfe gemäß der Riten die Flammen erzeugt werden, diente nur als symbolisch aufgeladene Requisite.

Ungeachtet der kleineren Turbulenzen beschwor Bach in gewohnter Manier die Kraft der Olympischen Bewegung: "Die Spiele von Pyeongchang werden der Welt zeigen, dass die olympischen Werte stärker sind als die spaltenden Strömungen." Die Olympischen Spiele hätten "in unserer zerbrechlichen Welt mehr denn je die Kraft, Brücken zu bauen und Freundschaften zu stiften. Die olympischen Werte Frieden, Respekt und gegenseitiges Verständnis sind essenziell in unseren Zeiten", führte der 63-Jährige aus.

Außenminister Sigmar Gabriel stimmte ein. "Gerade in Zeiten gefährlicher politischer Spannungen ist es besonders wertvoll, wenn Kooperation und Wettbewerb im Sport auf Basis fairer Regeln und gegenseitigem Respekt möglich bleiben", schrieb der SPD-Politiker bei Facebook: "Deshalb setzen wir darauf, dass ein Signal des Friedens ausgeht, wenn das Olympische Feuer im Frühjahr in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang entzündet wird."

Erster Fackelträger war der griechische Skilangläufer Apostolos Angelis, der 24-Jährige übergab das Feuer nach wenigen Minuten an den bekannten südkoreanischen Fußballer Park Ji-Sung (ehemals Manchester United). Ihnen folgen Tausende weitere Träger auf dem Weg des Feuers ins Olympiastadion von Pyeongchang.

Vom Tempel der Hera aus nimmt die Fackel ihren Weg zunächst über mehr als 2000 km quer durch Griechenland, ehe sie am kommenden Dienstag mit dem Flugzeug ins knapp 8500 km entfernte Südkorea gebracht wird. Von der Millionenstadt Incheon aus wird die Flamme ab dem 1. November die verbleibenden 100 Tage bis zur Eröffnungsfeier durch das Gastgeberland der 23. Olympischen Winterspiele getragen.

(sid)

 
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