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Popstar fiebert im TV-Studio mit
Grigor Dimitrow widmet Titel seiner Freundin Nicole Scherzinger

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Düsseldorf/London. Grigor Dimitrow galt einst als neuer Roger Federer, dann wurde er vor allem als "Freund von..." berühmt. Mit dem Gewinn der ATP Finals feierte der Bulgare nun den größten Erfolg seiner Karriere - und lieferte der Klatschpresse im Moment des Triumphs neues Futter. Von Antje Rehse

Nach seinem Sieg im Finale über den Belgier David Goffin - in einem hart umkämpften Match setzte sich Dimitrow mit 7:5, 4:6, 6:3 durch - stand der 26-Jährige im Konfettiregen und reckte den Pokal in die Höhe. Danach ließ er sich mit seinen Eltern fotografieren, zuvor war er seinem Trainer Dani Vallverdu in die Arme gefallen. Eine fehlte in der O2-Arena in London - und war doch sehr präsent. "Meine Freundin Nicole hat in den letzten Wochen eine ganz wichtige Rolle gespielt. Sie versteckt sich irgendwo", sagte Dimitrow, der sonst so gut wie nie über seine berühmte Herzensdame spricht.

In Wahrheit saß Dimitrows Lebensgefährtin Nicole Scherzinger in einem Londoner TV-Studio, als ihr Freund sich den Titel bei der inoffiziellen Tennis-WM holte. Die frühere Frontfrau der Pussycat Dolls ist Jurorin bei der Castingshow "X Factor", am Sonntagabend wurde live gesendet.  In einer Werbepause teilte Scherzinger ihre Freude mit den Zuschauern im Fernsehstudio: "Mein Freund hat gerade die ATP Finals gewonnen. Gratuliert ihm doch bitte mit mir!" Ein Video davon machte bei Twitter die Runde.

Dimitrow hat seinen Ruf als Frauenheld nicht erst seit seiner Beziehung mit Scherzinger weg. Rund zwei Jahre lang war er der Mann an Maria Scharapowas Seite – und stand stets im Schatten der russischen Tennis-Diva. Vor der Beziehung mit der vier Jahre älteren Russin soll er eine Affäre mit Serena Williams gehabt haben, Scharapowas große Rivalin. In einem Interview mit dem Musikmagazin "Rolling Stone" lästerte Williams 2013: "Da gibt es eine Top-Fünf-Spielerin, die verliebt ist und jedes Interview mit 'Ich bin so glücklich' beginnt – grauenhaft langweilig. Sie wird trotzdem nicht zu den coolen Partys eingeladen, aber wenn sie einen Kerl mit einem schwarzen Herzen haben will, dann bitte." Ob mit "der Kerl mit dem schwarzen Herzen" wirklich Dimitrow gemeint war, klärte Williams nie auf, aber der Zickenkrieg war eröffnet. "Wenn sie unbedingt über persönliche Dinge reden möchte, dann vielleicht über die Beziehung zu ihrem Freund, der ein verheirateter Mann war, jetzt in Scheidung lebt und zwei kleine Kinder hat", konterte Scharapowa in Anspielung auf Williams' damalige Affäre mit ihrem Coach Patrick Mouratoglou.

Dimitrow schreibt endlich sportliche Schlagzeilen

2015 ging die Beziehung zwischen Scharapowa und Dimitrow in die Brüche. Lange einsam blieb der Bulgare nicht. Er bandelte mit Scherzinger (39) an, ihreszeichens Ex-Freundin von Formel-1-Star Lewis Hamilton und wie Williams und Scharapowa deutlich älter als Dimitrow. Auch auf dieses Paar stürzte sich die Yellow Press mit Wonne, wöchentlich wechselten sich Trennungs- und Hochzeitsgerüchte ab. Aber mittlerweile scheinen sie Dimitrow nicht mehr zu jucken. Zumal er endlich auch mit seinem Tennis Schlagzeilen schreibt.

Der hochtalentierte Bulgare hat das beste Jahr seiner Karriere hinter sich. Vier Titel gewann er 2017, kletterte durch seinen Triumph in London in der Weltrangliste auf Platz drei. Nur die Superstars Rafael Nadal und Roger Federer liegen im Ranking vor ihm. Mit dem Schweizer wurde Dimitrow wegen seiner variablen, eleganten Spielweise immer wieder verglichen, die Presse gab ihm in jungen Jahren den Spitznamen "Baby Fed".

2013 veröffentlichte die renommierte französische Sporttageszeitung "L'Equipe" eine Prognose der Top Ten im Jahr 2018. Auf Platz eins: Dimitrow. Die Vorhersage wird mittlerweile belächelt, da einige Spieler, die die Zeitung damals nannte, derzeit meilenweit weg von den Top Ten sind. Zumindest Dimitrow hat bewiesen, dass die an ihn gestellten Erwartungen nicht komplett aus der Luft gegriffen waren.

Nun muss der 26-Jährige seine Qualität im Konzert der Großen dauerhaft bestätigen. "Ich muss bei diesen großen Events konstanter meine Leistung bringen", sagte Dimitrow. "Das ist ein toller, unglaublicher Erfolg für mich. Aber ich habe noch mehr zu geben. Ich will besser und besser werden." In London überzeugte er durch ein abwechslungsreiches Spiel und eine beeindruckende Leichfüßigkeit. Im Endspiel gegen Goffin, der zuvor im Turnierverlauf sowohl Nadal als auch Federer geschlagen hatte, gab am Ende auch die größere Frische den Ausschlag. Goffin wirkte im dritten Satz müde, bei Dimitrow war davon nichts zu spüren.

Im kommenden Jahr könnten sich die Kräfteverhältnisse im Tennis grundlegend verschieben. Novak Djokovic, Andy Murray und Stan Wawrinka kehren von ihren Verletzungen zurück. Die junge Garde um den Deutschen Alexander Zverev (Nummer 4 der Welt) klopft deutlich vernehmbar an die Tür. Nadal und Federer stehen erneut vor der Herausforderung, um die großen Titel zu spielen, ohne dem Körper zu viel zuzumuten. 2017 ist ihnen das bis zum Abschluss in London hervorragend gelungen. Dort musste Nadal einer Knieverletzung Tribut zollen, auch Federer wirkte nach der langen Saison nicht mehr ganz frisch. Die Top Ten könnten also wieder ordentlich durchgemischt werden. In seiner aktuellen Form dürfte auch Dimitrow dabei ein gehöriges Wörtchen mitsprechen.

 
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