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Karriere "auf Vordermann" bringen
Ohne Pocher: Lisicki konzentriert sich auf die große Liebe

Fotos: Pocher und Lisicki bei "Sportler des Jahres"-Ehrung
Fotos: Pocher und Lisicki bei "Sportler des Jahres"-Ehrung FOTO: dpa, Patrick Seeger
Sabine Lisicki hat ihre zuletzt öffentlich gewordenen privaten Probleme samt der Trennung von Oliver Pocher als möglichen Grund für ihre sportlichen Misserfolge angeführt. Beim Turnier in Miami steht nun ein Neustart an.

Sabine Lisicki scheint in diesen Tagen ihr Lachen wiedergefunden zu haben. Unter der Sonne von Miami wirkt die Wimbledon-Finalistin von einst wie von einer Zentnerlast befreit. Lisicki, die leidenschaftliche Angriffsspielerin, hat alles herausgelassen in den vergangenen Tagen: Ihren Frust, ihren Ärger - und auch ihre Trauer über geplatzte Träume und öffentliche Demütigungen.

Die 26-Jährige bewies nach dem aufsehenerregenden Ende der Beziehung mit Comedian Oliver Pocher Stärke, als sie ihre Verletzlichkeit eingestand. Doch Lisicki blickt nach vorne, will den Bruch nutzen, um sich wieder ihrer ersten großen Liebe zu widmen: "Im Moment liegt mein Fokus komplett auf dem Sport. Ich möchte meine Karriere wieder auf Vordermann bringen. Meine Leidenschaft für Tennis ist immer noch vorhanden. Das ist einfach meine allergrößte Passion", sagte die Berlinerin im Interview mit der Gala und berichtete: "Die täglichen Einheiten im Gym befreien mich gerade von dem ganzen Stress."

Aus der vermeintlichen Not will Lisicki eine Tugend machen und anknüpfen an die guten alten Zeiten. "Im Training versuche ich, die Wut in positive Energie umzuwandeln. Das gelingt mir schon recht gut", meinte die Fed-Cup-Spielerin, die in ihrem Auftaktmatch beim WTA-Turnier in Miami/Florida auf Irina-Camelia Begu (Rumänien) oder die Griechin Maria Sakkari trifft.

Das ist Sabine Lisicki FOTO: dpa, wo

Für Lisicki wird sich nun einiges ändern. Nicht wenige Insider glauben, dass sich die Trennung von Pocher äußerst positiv auf ihre sportlichen Ergebnisse auswirken wird. Die Zahlen jedenfalls sprechen gegen das einstige Glamour-Paar: Mit dem TV-Moderator an ihrer Seite purzelte Lisicki in der Weltrangliste von Position 15 (Ende 2013) bis auf Platz 37 (aktuell). Ihr bisher bestes Resultat in diesem Jahr ist das Viertelfinale von Kuala Lumpur, allerdings plagte sich Lisicki auch immer wieder mit Kniebeschwerden.

Kritiker warfen ihr vor, zusammen mit ihrem "Oli" zu oft auf dem roten Teppich unterwegs zu sein - anstatt anständig zu trainieren. Lisicki wechselte zudem zum Management ihres Freundes. Ihren Vater Richard, der sie früher trainierte, und ihre Mutter Elisabeth sah man kaum noch bei Turnieren.

Lisicki verliert – Pocher schaut zu FOTO: dpa, dm fux

Noch bei den Australian Open im Januar war Pocher an Lisickis Seite, trug wie gewohnt ihre Schlägertasche - und rief seiner "Bum Bum Bine" während der Spiele aus der Box aufmunternde Worte zu. In Melbourne erzählte Lisicki auch, dass sie sich für rund 65.000 Euro im Garten von Pochers Kölner Domizil einen Hartplatz bauen lassen werde. Und ein Fitness-Studio.

Die privaten Probleme in den vergangenen Wochen sieht Lisicki als möglichen Grund für ihre Misserfolge. "Stress kostet Kraft. Und Fakt ist, dass man im Leistungssport jedes Prozent Kraft, das man hat, braucht, um sein Bestes abzurufen", sagte die Wimbledon-Finalistin von 2013 und gestand: "Ich habe es so gut wie möglich versucht. Aber irgendwann war es kaum noch möglich."

Im Dezember aufkommende Gerüchte, Pocher habe sie betrogen, hätten sie "eiskalt erwischt". Zu Gute kam Lisicki in dieser schwierigen Phase die harte Tennis-Schule: "Wenn man schon als Jugendliche immer unter Druck spielen muss, lernt man sehr früh, Stärke zu beweisen." Das Kapitel Pocher jedenfalls sei "beendet", betonte Lisicki: "Irgendwann wird sicher der Traumprinz kommen." Doch die Konzentration gilt jetzt erst einmal der anderen großen Liebe.

(sid)
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