| 18.41 Uhr

Tennis in Hamburg
Mayer verliert Endspiel gegen Mayer

Mayer verpasst Triumph bei den German Open
Mayer verpasst Triumph bei den German Open FOTO: dpa, dbo
Hamburg. Florian Mayer hat seinen ersten Triumph bei den German Open in Hamburg verpasst. Der 33-Jährige musste sich im Finale vor rund 7000 Zuschauern auf dem Center Court am Rothenbaum seinem Namensvetter Leonardo Mayer in drei Sätzen geschlagen geben.

Mayer nahm einen kräftigen Schluck aus der Wasserflasche und schaute sich mit enttäuschtem Blick auf dem Center Court am Hamburger Rothenbaum um. Doch der Applaus der rund 7000 Fans konnte den Tennis-Routinier ein bisschen trösten, nachdem Mayer den größten Triumph seiner Karriere ganz knapp verpasst hatte. Der Bayreuther verlor das Finale der 111. German Open gegen seinen Namensvetter Leonardo Mayer (Argentinien) nach großem Kampf 4:6, 6:4, 3:6.

"Nächstes Jahr, ich erwarte Dich nächstes Jahr wieder", sagte Michael Stich in Richtung Mayer nach 1:57 Stunden spannendem Tennis. Der heutige Turnierdirektor bleibt damit weiter der bisher letzte deutsche Profi, der in Hamburg gewinnen konnte. Der ehemalige Wimbledonsieger hatte sich 1993 den Sieg bei der Traditionsveranstaltung geholt.

"Das war eine unglaubliche Woche, ich bin stolz auf meine Leistung", sagte Mayer und zollte seinem Gegner Respekt: "Ich habe alles gegeben, aber er hat unglaublich gespielt." Mayer, Nummer 101 der Welt, kann sich nach einer insgesamt starken Vorstellung mit einem Preisgeld von 158.420 Euro und 300 Weltranglistenpunkten trösten. Mayer war am Samstag durch die verletzungsbedingte Aufgabe von Philipp Kohlschreiber (Augsburg) ins Endspiel eingezogen.

"Ich werde mich zerreißen und mein Herz auf dem Platz lassen", hatte Mayer vor dem Finale versprochen. Und er versuchte auch alle Tricks, zeigte seine unkonventionelle eingesprungene Rückhand, Stopps aus dem Nichts, doch es reichte am Ende nicht. Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt verlor Mayer zum zweiten Mal im ersten Satz seinen Aufschlag, danach war der erste Durchgang 4:6 verloren.

Zwar zeigte Mayer danach auch immer wieder tolles Tennis, im zweiten Satz war er der dominierende Mann - doch es gelang ihm anschließend nicht mehr, über einen längeren Zeitraum genügend Druck auf den unangenehm spielenden Leonardo Mayer auszuüben. Vielleicht fehlte auch ein bisschen die Kraft. Und die Nummer 138 der Welt aus Argentinien spielte in den entscheidenden Momenten einfach auch einen Tick konsequenter. Trotzdem werde ihm die Woche in Hamburg "einen Schub für den Rest der Saison" geben, sagte Mayer: "Ich habe gesehen, wie viel mit Kampf und Einstellung gehen kann."

Nur wenige Stunden vor Mayer hatte Yannick Hanfmann im Schweizer Gstaad seinen ersten Titel auf der ATP-Tour verpasst. Der 25-Jährige aus Karlsruhe, der sich aus der Qualifikation ins Finale gespielt hatte, unterlag dem an Position vier gesetzten Italiener Fabio Fognini 4:6, 5:7. Für Hanfmann, der wie Mayer an der TennisBase in Oberhaching trainiert, war es trotz der Niederlage die sportlich erfolgreichste Woche seiner Karriere: Zuvor hatte er auf ATP-Ebene noch nie ein Match außerhalb von Deutschland gewonnen.

(sid)
 
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