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Deutsche in der NBA
Nowitzkis Erben

Deutsche im US-Sport
Deutsche im US-Sport FOTO: dpa, nic
Düsseldorf. Erstmals spielen fünf deutsche Basketballer in der NBA. Zur Saisonhalbzeit können alle ein positives Fazit ziehen. Besonders für zwei Neulinge gibt es Lob vom Bundestrainer. Von Markus Plüm

Mit dem ersten Spieltag der neuen Saison in der US-amerikanischen Basketball-Liga NBA (National Basketball Association) gab es Ende Oktober auch für den deutschen Basketball etwas zu feiern. Denn erstmals in der Geschichte stehen seitdem gleich fünf deutsche Profis in der weltweit besten Liga auf dem Parkett.

Neben der Legende Dirk Nowitzki (39), bereits im 20. Jahr bei den Dallas Mavericks, bilden Dennis Schröder, Paul Zipser, Maximilian Kleber und Daniel Theis den Block der nächsten Generation an Spielern, die dem deutschen Basketball den Glauben an eine erfolgreiche Zukunft zurückgegeben haben. Denn nach 40 von 82 Partien zeigt sich, dass alle fünf eine wichtige Rolle in ihren Teams spielen. Und nicht auf der Bank oder gar im Reserveteam versauern.

Besonders die Entwicklung der beiden Liga-Neulinge Maximilian Kleber (25, Dallas Mavericks) und Daniel Theis (26, Boston Celtics) überrascht auch Bundestrainer Henrik Rödl. "Maxis Entwicklung ist eine der großen Erfolgsstorys", sagt Rödl im Gespräch mit unserer Redaktion. "Dass er Basketball spielen kann, hat mich nicht überrascht. Aber dass Dallas ihn direkt so viel einsetzen würde und er dann auch gleich einschlägt, ist schon toll." Kleber, der ebenso wie Nowitzki aus Würzburg stammt und bis zum Sommer beim FC Bayern München spielte, durfte in bislang 35 Spielen für Dallas auf dem Flügel auflaufen, in 26 davon sogar von Beginn an. Durchschnittlich 19 Minuten steht er auf dem Feld - und nutzt diese Zeit für knapp sechs Punkte pro Spiel. Beachtliche Werte für einen Neuling, der bislang nur in Europa spielte.

Damit hat Kleber auch großen Anteil an der aufsteigenden Form der Mavericks, die nach einem schwachen Saisonstart derzeit um den Anschluss an die Play-Off-Plätze kämpfen.

Auch der zweite deutsche Rookie, Daniel Theis, überzeugt. "Daniels Situation ist die überraschendste neben der von Maxi, weil er in einer der besten Mannschaften der Liga auch wirklich spielt", sagt Henrik Rödl. So erzielt der Ex-Bamberger in durchschnittlich 13 Minuten knapp fünf Zähler und schnappt sich vier Rebounds für die Celtics. "In einer Mannschaft, die mit so vielen überragenden Akteuren besetzt ist, im ersten Jahr derart einzusteigen, ist eine besondere Leistung", lobt Rödl den 26-Jährigen.

Der Bundestrainer hat aber natürlich auch die Situation der weiteren drei deutschen NBA-Akteure im Blick. "Was Dirk mit seinen 39 Jahren immer noch abruft, ist Wahnsinn", sagt Rödl mit Blick auf Nowitzki, der in Dallas den Generationswechsel anführt und seine Führungsrolle langsam aber sicher abtritt. Dennoch reicht es immer noch für knapp zwölf Punkte pro Spiel.

Zumindest statistisch läuft es auch für Dennis Schröder in seiner bereits fünften NBA-Saison nach Maß. Knapp 20 Punkte erzielt der Aufbauspieler in durchschnittlich 32 Minuten Spielzeit, gibt rund sieben Vorlagen pro Partie und konnte im Vergleich zur Vorsaison auch seine Trefferquote noch einmal steigern. Nachdem sein Klub, die Atlanta Hawks, sich im Sommer zu einem Neuanfang entschied, ist der 24-jährige Braunschweiger klarer Anführer des Teams. "Er hat ja schon in der vergangenen Saison damit angefangen und auch bei der Nationalmannschaft gezeigt, dass er ein Team leiten kann. Dazu ruft er sehr gute Leistungen ab", weiß Henrik Rödl. "Leider ist das Team um ihn herum in diesem Jahr nicht besonders." Daher sind die Hawks trotz Schröders Leistungen derzeit das zweitschlechteste Team der Liga.

Im Tabellenkeller befand sich bis zuletzt auch Paul Zipser (23) mit den Chicago Bulls. "Er hatte eine kleine Delle, auch weil er Verletzungsprobleme hatte. Aber inzwischen spielt er und kommt zurück in seinen Rhythmus", berichtet Rödl. Zipsers Rolle sei besonders, da der Flügelspieler immer die besten Akteure des Gegners verteidigen müsse. "Aber er kann das. Er hat die Größe und die Athletik dazu. Ich bin gespannt, was sich in Chicago noch entwickelt."

Egal, wie es auch ausgeht: Der deutsche Basketball scheint für die Zeit nach Nowitzki gerüstet.

Quelle: RP
 
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