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Straßburg
Anleger verklagen auch Porsche

Straßburg. Aktionäre werfen dem VW-Großaktionär vor, zu spät informiert zu haben.

Volkswagen-Aktionäre haben den VW-Großaktionär Porsche SE wegen des Abgasskandals auf Schadenersatz verklagt. Von der Frankfurter Kanzlei Nieding + Barth seien zwölf Klagen eingegangen, erklärte ein Sprecher der Porsche SE. Von der schon mit Klagen gegen VW stark engagierten Kanzlei Tilp seien es bisher drei. Beide hätten für die kommenden Tage weitere Klagen angekündigt.

Die Kläger - Besitzer von Vorzugsaktien der Porsche SE - werfen der Holding vor, sie hätte über die finanziellen Risiken des Dieselskandals vor gut einem Jahr nicht informiert. Deshalb sei ihnen Schaden durch den Kurssturz von Porsche-SE-Aktien entstanden, zu dem es nach Bekanntwerden der Manipulation von Dieselabgaswerten kam.

Unterdessen hat der Untersuchungsausschuss des Europaparlaments zum Abgasskandal von der EU-Kommission eine bessere Zusammenarbeit verlangt. Im Zwischenbericht fordert der Ausschuss etwa eine "zügigere Bereitstellung der angeforderten Unterlagen". Weiter heißt es, die Kommission solle für "sofortige Hilfe und umfassende Transparenz" sorgen. Noch immer warte der Ausschuss auf Dokumente. Auch die Staaten sollten der EU-Kommission ihre Unterlagen schneller bereitstellen.

Die Zusammenarbeit der Parlamentarier mit der EU-Kommission habe sich seit dem Sommer verbessert, sagte der liberale Niederländer Gerben-Jan Gerbrandy, Mitglied im Ausschuss. Die weiteren Ermittlungen sollten sich auf die nationalen Behörden konzentrieren, deren Rolle noch nicht ausreichend beleuchtet worden sei.

US-Behörden hatten 2015 den Einsatz betrügerischer Software zur Manipulation von Abgaswerten bei VW aufgedeckt. Der Ausschuss untersucht seit März unter anderem, ob die EU-Kommission oder nationale Beamte von dem Betrug wussten. Dazu hat er 37 Experten angehört und eine Studie in Auftrag gegeben. 2017 soll der Abschlussbericht veröffentlicht werden.

(dpa/rtr)
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