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Berlin
Asse-Müll soll nicht in Schacht Konrad

Berlin. Umweltministerin will Genehmigung für Gronau nicht befristen. Von Birgit Marschall

Die Bundesregierung kommt Niedersachsen entgegen und will den dortigen Atommüll-Standort Schacht Konrad entlasten. Anders als geplant solle der schwach- bis mittel-radioaktive Müll in 126 000 maroden Fässern, die aus dem niedersächsischen Bergwerk Asse ab 2033 geborgen werden sollen, nicht mehr im Schacht Konrad (Salzgitter), sondern in einem noch zu findenden Endlager für den hoch-radioaktiven Müll mituntergebracht werden, sagte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Sie trage damit Bedenken von Umweltschützern und Bürgern Rechnung. Mit dieser Entscheidung könne sie aber noch nicht garantieren, dass der Schacht "endgültig außen vor" sei, denn darüber entschieden andere.

Im Schacht Konrad sollen aber weiter 303 000 bereits genehmigte Kubikmeter Atommüll untergebracht werden. Deutschland werde am Ende also zwei Endlager haben, so Hendricks. Kriterien für die deutschlandweite Suche nach dem Endlager entwickelt die Endlagersuch-Kommission. Sie soll Mitte 2016 ihren Bericht vorlegen. Danach beginnt die eigentliche Suche, die 2031 mit der Auswahl eines Standorts endet. Das Endlager wird aber nicht vor 2050 betriebsfertig sein. Deshalb müsse es ein Zwischenlager für den Asse-Müll geben.

Mit in das Endlager soll auch der Atommüll aus der Urananreicherungsanlage von Urenco in Gronau, wenn dieser nicht verwertet werden könne. Die Genehmigung für die Urenco-Anlage wolle sie nicht befristen, sagte Hendricks. Das kritisieren Atom-Gegner scharf.

Die Ministerin bezifferte die bisherigen Kosten für alle Zwischen- und Endlagerprojekte in einem Nationalen Atommüll-Entsorgungsplan, der gestern vom Kabinett gebilligt wurde, auf rund 15 Milliarden Euro. Das neue Endlager dürfte am Ende ein Vielfaches davon kosten.

Schmallippig gab sich Hendricks zur Frage, wo die restlichen 26 Castor-Behälter untergebracht werden sollen, die Deutschland noch 2015 aus England und Frankreich zurücknehmen muss. Sie hatte auch Bayern aufgefordert, Castoren aufzunehmen, doch der Freistaat hatte sich geweigert. Man sei aber "in guten Gesprächen".

Quelle: RP
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