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Börse
Fallende Ölpreise schicken Dax auf Talfahrt

Das 1x1 der Börsensprache
Das 1x1 der Börsensprache FOTO: AP
Frankfurt/Main. Der Dax ist nach einem schleppenden Wochenauftakt am Dienstag deutlich abgerutscht. Einmal mehr belasteten die fallenden Ölpreise, die weitere Sorgen um die weltweite Konjunktur nährten.

Zudem verstärkten einige enttäuschende Unternehmenszahlen den Abwärtssog. Zwischenzeitlich kamen auch vom anziehenden Eurokurs negative Impulse. Starke deutsche Arbeitsmarktdaten zeigten indes kaum positive Wirkung.

Letztlich verlor der deutsche Leitindex 1,81 Prozent auf 9581 Punkte. Der MDax sank um 1,99 Prozent auf 19.085 Punkte. Wie schon am Vortag hielt sich der Technologiewerte-Index TecDax mit einem Minus von 1,25 Prozent besser und endete bei 1677,20 Punkten.

"Da die Rohölpreise seit dem vergangenen Quartal noch weiter verloren haben, fürchten die Marktteilnehmer eine zunehmende Ansteckung auch anderer Sektoren", sagte Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets. Dass in den USA just zu einem schwachen Wachstum im vierten Quartal und schwachen Einkaufsmanagerindizes ein Zinsanhebungszyklus begonnen hat, wirkt zusätzlich belastend."

Im Fokus stand am Dienstag die Fahrt aufnehmende deutsche Berichtssaison mit Geschäftszahlen von Infineon. Die Aktien des Chipherstellers sackten um 5,75 Prozent ab. Zwar steckten die Münchner im ersten Geschäftsquartal dank guter Geschäfte mit der Autoindustrie Einbußen bei Chips für Mobilgeräte zunächst weg und konnten umsatz- wie ergebnisseitig positiv überraschen. Doch die Unternehmensziele für das zweite Quartal blieben hinter den Erwartungen zurück.

Spekulationen um einen drohenden Abstieg aus dem Dax belasteten die Aktien von K+S deutlich. Die Papiere des Dünger- und Salzproduzenten endeten 5,30 Prozent tiefer. ProSiebenSat.1 könnte laut Börsianern im Fall eines K+S-Abstiegs in den Dax nachrücken. Die Aktien des Medienkonzerns verloren unterdurchschnittliche 0,46 Prozent.

Die Papiere von Commerzbank und Deutscher Bank fielen nach enttäuschenden Geschäftszahlen der UBS auf das tiefste Niveau seit Mitte 2013. Am Ende stand bei der Deutschen Bank ein Minus von 3,89 Prozent zu Buche, bei der Commerzbank ein Verlust von 4,65 Prozent.

Auch die Aktien der konjunktursensiblen Stahlkonzerne Thyssenkrupp und Salzgitter fanden sich auf langjährigen Tiefstständen wieder. Salzgitter verloren 4,85 Prozent auf 17,965 Euro und kosteten damit so wenig wie seit 2005 nicht mehr. Thyssenkrupp büßten am Dax-Ende mehr als 6 Prozent ein.

Die Anteilsscheine von Wacker Chemie erwischte es besonders schwer. Sie fielen um 7,34 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahrestief und waren damit Schlusslicht im MDax. Der Spezialchemiekonzern hatte 2015 zwar vor allem ergebnisseitig besser abgeschnitten als erwartet. Auf weniger Begeisterung stieß allerdings die Entwicklung im Polysiliziumgeschäft, das unter niedrigen Preisen litt.

Der EuroStoxx 50 fiel um 2,29 Prozent auf 2951,85 Punkte. Der FTSE-100-Index in London und der CAC-40-Index in Paris büßten zwischen 2,3 und 2,5 Prozent ein. Der Dow Jones in New York verlor zum europäischen Handelsschluss rund 1,5 Prozent.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere abermals bei 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 141,58 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,29 Prozent auf 163,55 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0919 (Montag: 1,0884)
US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9158 (0,9188) Euro.

(felt/dpa)
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