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Berlin
Internet-Experte Sascha Lobo kritisiert Gabriel

Berlin. In einem verbalen Rundumschlag hat der Blogger und Internet-Erklärer Sascha Lobo Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel angegriffen. Auf dem Digitalkongress re:publica in Berlin präsentierte er diverse Äußerungen des SPD-Politikers aus dem Kurznachrichtendienst Twitter: So hatte Gabriel gefordert, Deutschland müsse bis 2025 die beste Digitalinfrastruktur der Welt haben. Tatsächlich aber verlaufe der Ausbau des Glasfasernetzes extrem schleppend, sagte Lobo. Deutschland liege hier etwa gleichauf mit Jordanien, während Südkorea oder Schweden Spitzenplätze belegen. Lobo, der sich früher für die SPD engagiert hatte, konfrontierte Gabriel auch mit dessen früherer Haltung zu Rüstungsexporten. So hatte der damalige Oppositionsführer 2013 getwittert: "Deutsche Panzer für Diktaturen: Man schämt sich für diese Regierung." Diese Aussage sei weiter wahr, sagte Lobo in Anspielung auf die aktuellen Waffen-Exporte unter Regie Gabriels - und rief seine 5000 Zuhörer dazu auf, dessen alte Meldung per Twitter zu verbreiten.

Scharf griff Lobo AfD-Politiker Alexander Gauland an. Dieser hatte in einem Interview gesagt, Auschwitz habe "auch als Symbol viel in uns zerstört". Lobo entgegnete nun: "Wer bei Auschwitz als Deutscher zuerst daran denkt, was es in ihm selbst kaputtmacht, ist ein Nazi."

Lobo, der als Markenzeichen einen Irokesenschnitt trägt, ist eine Galionsfigur der re:publica. Seine Rede war mit Spannung erwartet worden, nachdem er 2015 abgesagt hatte - aus Gründen der Selbstfindung, wie Lobo jetzt sagte.

(rls)
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