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Volkswagen-Skandal
Müller soll angeblich Winterkorn ablösen - VW dementiert

Das ist Martin Winterkorn
Das ist Martin Winterkorn FOTO: dpa, ude arc lof
Berlin. Angesichts des Abgas-Skandals bei Volkswagen hat Konzernchef Martin Winterkorn einem Zeitungsbericht zufolge das Vertrauen des Aufsichtsrates verloren und soll abgelöst werden. Der Konzern dementierte prompt.

Winterkorn habe nicht mehr das Vertrauen des Gremiums, zitierte der "Tagesspiegel" (Mittwochsausgabe) Aufsichtsratskreise. Nachfolger des 68-Jährigen soll demnach Porsche-Chef Matthias Müller werden.

Volkswagen hat den Bericht mit deutlichen Worten zurückgewiesen.Eine solche Behauptung sei "Schwachsinn", sagte ein Sprecher am Dienstag.

Die großen Skandale der Auto-Industrie

Der Aufsichtsrat von Volkswagen tagt am Freitag; eigentlich sollte der Vertrag von Winterkorn bei der Sitzung verlängert werden. Am Mittwoch kommt Medienberichten zufolge bereits das Präsidium des Aufsichtsrats zu einer Krisensitzung zusammen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat unterdessen eine schnelle Aufklärung des Abgas-Skandals gefordert. "Was VW anbelangt, so geht es angesichts der schwierigen Lage jetzt darum, volle Transparenz zu zeigen, den gesamten Vorgang aufzuklären", sagte Merkel am Dienstag in Berlin. "Ich hoffe, dass möglichst schnell die Fakten auch auf den Tisch kommen". Verkehrsminister Alexander Dobrindt habe in der Sache bereits alle notwendigen Maßnahmen auf den Weg gebracht, sagte sie mit Blick auf dessen Anordnung unabhängiger Untersuchungen.

Die US-Umweltbehörde EPA hatte am Freitag bekanntgegeben, dass Volkswagen eine Software eingebaut hat, mit der Vorgaben zur Luftreinhaltung zwar bei Tests, nicht aber beim normalen Betrieb von Dieselautos erfüllt wurden. Die Fahrzeuge stießen folglich im regulären Straßenverkehr mehr gesundheitsschädliche Stickoxide aus als erlaubt.

Am Dienstag erklärte der Konzern in Wolfsburg, dass sich die Software zur Manipulation von Abgaswerten weltweit in elf Millionen Dieselfahrzeugen befindet. Volkswagen will für Nachbesserungen 6,5 Milliarden Euro zurückstellen und gab eine Gewinnwarnung aus. Der Börsenkurs brach weiter dramatisch ein.

Weitere Informationen zu Martin Winterkorn in unserem Dossier.

(AFP/REU)
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