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Chinesischer Künstler
Ai Weiwei besucht Berlin

Ai Weiwei ist jetzt in Berlin
Ai weiwei bei seiner Ankunft am Flughafen in München. FOTO: dpa, kne mkx kde
Berlin. Trotz jahrelanger Schikanen durch den chinesischen Staat zeigt Ai Weiwei Verständnis für die Behörden in Peking. Nach München ist er jetzt in Berlin zu Gast. Er ist Deutschlands liebster Dissident.

Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei macht nach einem mehrtägigen Aufenthalt in München jetzt Station in Berlin. Der 57-Jährige kam am Mittwochnachmittag mit dem Flugzeug in der Bundeshauptstadt an, wie seine Galerie Neugerriemschneider der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Die Berliner Universität der Künste erwartet Ai für kommende Woche zu einem Gespräch, ob und in welcher Form er die 2011 angebotene Gastprofessur annehmen will.

Ai Weiwei, der berühmteste zeitgenössische Künstler Chinas, war in seiner Heimat vier Jahre lang mit einem Ausreiseverbot belegt. In der vergangenen Woche hatte er erstmals wieder nach Deutschland kommen dürfen. Für seine Ausreise habe es "fast keine" Bedingungen gegeben, sagte er in seinem ersten Interview in Deutschland der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch. "Sie haben mir auch versprochen, ich dürfe zurückkommen, was mir sehr wichtig war. Sie sagten, ich bin ein freier Mensch."

Ai Weiwei - vom Künstler zum Regimegegner FOTO: dapd

In München hatte sich der Maler und Bildhauer nach einer Gehirnblutung 2009 einer ärztlichen Kontrollbehandlung unterzogen. Sein sechsjähriger Sohn und dessen Mutter, die seit einem Jahr in Berlin leben, waren dort mit ihm zusammengetroffen. Auf Instagram postet er regelmäßig Fotos aus seinem Alltag, unter anderem von seinem Klinikbesuch und von Ausflügen mit seinem Sohn.

Trotz der jahrelangen Repressionen in China äußerte der Künstler in dem "SZ"-Interview Verständnis für die Regierung. "Die Vertreter des Staates sind ja nicht anders als ich. Sie sind auch Menschen", sagte er. "Und sie haben jetzt eine viel positivere Einstellung mir gegenüber." Und: "Ich bitte nur um ein normales Leben."

Bilder aus dem Film "Ai Weiwei - Never Sorry" FOTO: dapd, DCM

Ai fiel wegen seiner Kritik an Missständen in China bei den Behörden in Ungnade. Im Jahr 2011 wurde er für fast drei Monate an einen unbekannten Ort verschleppt und später der Steuerhinterziehung beschuldigt. Erst in jüngster Zeit konnte er wieder unbehelligt Ausstellungen auch in China machen.

(dpa)
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