Die wichtigsten Antworten
Warum feiern wir eigentlich die Adventszeit?

Advent, Adventskalender und Adventskranz - was sie bedeuten
FOTO: dpa
Düsseldorf . Mit dem ersten Dezemberwochenende beginnt die Adventszeit, und damit die Vorfreude auf Weihnachten. Aber was genau hat es eigentlich mit den Adventssonntagen und dem Kranz auf sich? Wir geben Antworten.

Das Wort "Advent" kommt aus dem Lateinischen (von "advenire") und bedeutet "Ankunft". Gemeint ist die Ankunft von Gott in Jesus, seinem Sohn. Entsprechend ist die Adventszeit, die Vorbereitung auf die Ankunft Jesu. Sie beginnt immer am 4. Sonntag vor Heiligabend. Wenn Heiligabend auf einen Sonntag fällt, gibt es nur drei Adventssonntage.

Ursprünglich sollten die vier Wochen vor Heiligabend - ähnlich der vor Ostern - eine Zeit des Fastens und der Buße sein. Mit den Jahrhunderten wandelte sich dieser Brauch jedoch. Inzwischen wird die Vorweihnachtszeit genau umgedreht begangen: die Menschen feiern sie bei Glühwein, Lebkuchen und Weihnachtsgesängen. Ein Relikt aus der ehemaligen Fastenzeit ist der Weihnachtskarpfen, der in manchen Familien noch immer auf dem Festtagstisch landet.

Warum schenken wir einen Adventskalender?

Wie der Brauch genau entstanden ist, ist unklar. Abgezählt werden die Tage im Dezember allerdings schon etwa seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Damals wurde an jedem der 24 Tage ein Bild mit einem religiösen Motiv an die Wand gehängt. Anfang des 19. Jahrhunderts erfand ein Pfarrer dann den kompakten Adventskalender - der enthielt damals allerdings noch keine Schokolade.

Welche Bedeutung hat der Adventskranz?

Der Adventskranz ist ein Dekorationsgegenstand, der meist aus Tannenzweigen gebunden wird. Er ist eigentlich ein Relikt aus der Zeit der alten Germanen, die ihren Toten mit solchen Kränzen Verehrung schenkten. Typisch für einen Adventskranz ist die runde Form, welche für das fortwährend Zyklische steht, wie "Leben und Tod" oder "Anfang und Ende". Die Tannenzweige stehen symbolisch für das Leben und die Fruchtbarkeit.

Eigener Adventskranz: Tipps zum Selbermachen FOTO: dpa, Mascha Brichta

Aber warum genau vier Kerzen? Zum einen, weil die Menschen nach kirchlicher Zeitrechnung circa 4000 Jahre auf den Erlöser warten mussten. Zum anderen hat jeder Adventssonntag ein eigenes Leitmotiv:

So stecke ich einen Adventskranz FOTO: Christina Rentmeister
  1. Sonntag: "Der kommende Herr", nach Matthäus 21,1-9.Der erste Sonntag ist gleichzeitig der Beginn eines neuen Kirchenjahres und deshalb für viele Christen von hoher Bedeutung.
  2. Sonntag: "Der kommende Erlöser", nach Lukas 21,25-33. Er erinnert uns an Jesus als verheißener Messias, als Heiler der Welt.
  3. Sonntag: "Der Vorläufer des Herrn", nach Matthäus 11,2-6. Dieser Sonntag wird Johannes dem Täufer gewidmet, der als Vorläufer Jesu angesehen wird.
  4. Sonntag: "Die nahende Freude", nach Philipper 4,4-7. Der letzte Sonntag beschreibt die Freude auf den Herrn: "Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! ... Der Herr ist nahe!"

An Heiligabend werden alle vier Kerzen gleichzeitig angezündet und der Zyklus von Leben und Tod gilt als vollständig - das Weihnachtsfest kann beginnen.

Die schönsten Weihnachtsmärkte in Deutschland FOTO: CTZ Nürnberg / Uli Kowatsch
(ham)
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