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Germanwings-Katastrophe
64 Absturz-Opfer stammen aus NRW

NRW trauert -Schweigeminute um 10.53 Uhr
NRW trauert -Schweigeminute um 10.53 Uhr FOTO: dpa, mb htf
Köln/Berlin. 150 Menschen waren an Bord der verunglückten Germanwings-Maschine vom Typ Airbus A320. Nach und nach wird bekannt, woher die Opfer kamen. 64 von ihnen stammten aus NRW, wie am Donnerstag bekannt wurde.  

Insgesamt waren nach bisherigen Angaben 144 Passagiere sowie sechs Crew-Mitglieder an Bord des Airbus A320.  

Nordrhein Westfalen: Nach Angaben von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sind 64 Menschen aus NRW ums Leben gekommen. Die Angabe wurde am Donnerstag von bislang 50 bekannten Opfern aus NRW erhöht. Die Ministerpräsidentin war am Mittwoch selbst nach Frankreich gereist und über die Absturzstelle geflogen. "Das macht einen fassungslos, wenn man das sieht", betonte sie. "Wir alle hoffen, dass die Opfer identifiziert werden können, schnellstmöglich, dass der zweite Flugschreiber gefunden wird." Für die Familien und Freunde der Opfer sei das enorm wichtig. Sie sei bewegt vom großen Mitgefühl und der Anteilnahme im ganzen Land, sagte die Politikerin. Sie habe am Morgen am Düsseldorfer Flughafen mit den Angehörigen gesprochen, bevor diese zum Unglücksort abflogen und habe "versucht, ihnen Trost zu geben".  

Unter den Opfern sind 16 Schüler und 2 Lehrerinnen aus Haltern am See in Westfalen. Auch die gebürtige Düsseldorfer Opernsängerin Maria Radner war an Bord, ebenso ihr Kollege Oleg Bryjak, der Mitglied im Ensemble der Deutschen Oper am Rhein war und in Neersen wohnte. Auch der Inhaber des Früchtehauses in Oberkassel und seine Freundin zählen zu den Opfern. Mitarbeiterinnen, Kunden und Nachbarn reagierten fassungslos auf die Nachricht.  Nach Angaben einer Gewerkschaft gehört außerdem eine Mitarbeiterin der Arbeiterwohlfahrt Düsseldorf zu den umgekommenen Passagieren.

Trauer in Düsseldorf nach Flugzeugabsturz FOTO: Bretz, Andreas

Esprit in Ratingen trauert um einen Kollegen. Josef Sabate war einer der Top-Manager des Konzerns. Weil seine Familie in Spanien lebte, pendelte der dreifache Familienvater oft zwischen beiden Ländern. Seine Frau erwartete in Kürze das vierte Kind. 

Unter den Opfern befinden sich nach Informationen der Redaktion auch eine 38-jährige Dinslakenerin und ihr 66-jähriger Vater aus Voerde-Friedrichsfeld.

Auch ein Elternpaar aus Meerbusch stürzte im Airbus A320 ab, es hinterlässt zwei Kinder. Ebenfalls aus Meerbusch stammte ein junger Familienvater. Aus Neuss gehört ein Ehepaar zu den Opfern.

Pressestimmen zu Germanwings-Absturz: "Der Tod in den Alpen"

Der Bayer-Konzern aus Leverkusen teilte am Mittwoch mit, dass ein Mitarbeiter der Tochterfirma Euroservices aus Barcelona in der Maschine saß, ebenso wie die Ehefrau eines weiteren Bayer-Mitarbeiters.

Jeweils fünf Todesopfer gibt es nach dpa-Informationen in Wuppertal und in Porta Westfalica.  Auf der Passagierliste stehen demnach fünf Wuppertaler - davon drei mit demselben Familiennamen. Nach bestätigten Angaben des Kreises Minden-Lübbecke kommen auch zwei Ehepaare aus Porta Westfalica ums Leben. Nach Informationen der Zeitung "Neue Westfälische" hinterlassen sie ebenfalls Kinder. Nach dpa-Informationen ist Ostwestfalen zudem betroffen, weil eine der gestorbenen Lehrerinnen aus Haltern gebürtige Detmolderin ist.

Die Stadt Dortmund beklagt drei Todesopfer: einen ehemaligen stellvertretenden Bezirksbürgermeister und Künstler sowie dessen Ehefrau, die beide früher für die Grünen in der Bezirksvertretung Mengede saßen. Außerdem soll nach Informationen der "Ruhr Nachrichten" ein angehender Verkehrspilot aus Dortmund an Bord gewesen. Der junge Mann sei kurz vor Abschluss seiner Ausbildung als Flugbegleiter in der Todesmaschine eingesetzt gewesen, berichtete die Zeitung.

Airbus 320: Mitgefühl nach Flugunglück 4U9525

Marokkanisches Paar hatte gerade geheiratet

Laut Angaben eines Familienangehörigen befand sich an Bord auch ein ein frischverheiratetes marokkanisches Paar befunden, das in Deutschland sein gemeinsames Leben beginnen wollte. Der 24-jährige Mohamed E. und seine ein Jahr jüngere Frau Asmaa hätten erst am Samstag in Barcelona mit ihren Familien Hochzeit gefeiert, sagte ein Cousin des Mannes der Nachrichtenagentur AFP. Laut dem marokkanischen Konsul in Barcelona wollte das junge Paar gemeinsam in  Duisburg Hochfeld leben. Nach Angaben der marokkanischen Nachrichtenseite Medias24 wuchs die Frau in Spanien auf. Ihr Ehemann lebte örtlichen Medienberichten zufolge seit vier Jahren in Deutschland.

Rheinland-Pfalz: Mindestens vier Opfer kommen aus Rheinland-Pfalz. Sie stammten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus der Verbandsgemeinde Westerburg (Westerwaldkreis). Sie seien zwischen 20 und 28 Jahre alte gewesen, sagte ein Sprecher.

Niedersachsen: Nach ersten Informationen des Innenministeriums starben zwei Niedersachsen bei dem Unglück.

Auch etliche Passagiere mit anderer Staatsangehörigkeit saßen in der Unglücksmaschine, die meisten von ihnen stammten wohl aus Spanien.

Spanien: Die spanische Regierung geht mittlerweile von 51 Opfern aus. Das Detmolder Elektronik-Unternehmen Weidmüller trauert nach Firmen-Angaben um drei spanische Mitarbeiter, die sich auf dem Weg in die ostwestfälische Firmenzentrale befanden.

Großbritannien: drei Briten bestätigt von der britischen Regierung, die weitere Opfer nicht ausschließt. Germanwings kann bisher nur einen britischen Toten bestätigen.

Kasachstan: Nach Angaben des kasachischem Außenministerium waren drei Menschen aus Kasachstan unter den Opfern. Germanwings machte dazu keine Angaben.

Australien: Mindestens zwei Passagiere - dabei soll es sich laut australischem Außenministerium um eine Mutter und ihren erwachsenen Sohn aus dem Bundesstaat Victoria handeln.

Argentinien: mindestens zwei Opfer

Venezuela: laut Germanwings zwei Opfer

Iran: laut Germanwings zwei Opfer

USA: laut Germanwings zwei Opfer

Japan: Wie die Regierung in Tokio erklärte, waren auch zwei Japaner an Bord. Germanwings sprach von einem japanischen Opfer.

Kolumbien: zwei Opfer, bestätigt von der Regierung. Germanwings hatte nur einen auf der Liste.

Je ein Opfer stammte laut der Airline aus den Niederlanden, Dänemark, Belgien, Türkei, Marokko, Mexiko und Israel.

 

(lnw)
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