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Caritas-Studie
Besonders viele Schulabbrecher im Ruhrgebiet

Wie Abiturienten den Stress meistern
Wie Abiturienten den Stress meistern FOTO: Endermann
Essen. Die Zahl der Schulabbrecher ist in einigen Städten des Ruhrgebiets besonders hoch. Eine Caritas-Studie sieht dort einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosen- und Schulabbrecherquote.

Während die bundesweite Quote von Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss 2013 im Vergleich zum Vorjahr mit 5,6 Prozent fast unverändert blieb, stiegen die Zahlen in Gelsenkirchen von 10,8 auf 11,2 Prozent und in Essen von 6 auf 7,2 Prozent. Das ist das Ergebnis einer am Montag vorgestellten bundesweiten Studie der Caritas.

Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Schulabbrecher in Oberhausen und Mülheim um jeweils 0,1 Prozent, wie es hieß. Duisburg verzeichnet den niedrigsten Stand seit 2009, liegt aber mit 6,6 Prozent immer noch über dem Bundesschnitt. Nur in Bottrop sank die Zahl von 7,2 auf 5,3 Prozent.

Die Lieblingsfächer der Schüler am MSM-Gymnasium FOTO: Lammertz, Thomas

In Nordrhein-Westfalen insgesamt gibt es etwas weniger Schulabbrecher: Die Zahl verringerte sich von 5,5 auf 5,4 Prozent. Die Quote der Schulabbrecher ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Sie variiert zwischen 4,4 Prozent in Hamburg und Bayern und 9,6 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.

Mit Blick auf das Ruhrgebiet sieht die Studie einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosen- und Schulabbrecherquote. Deswegen seien Konzepte für mehr Beschäftigung nötig, so die Caritas. "Der Kern aber ist: Dort wo Schulsozialarbeit, frühe Hilfen, Berufsberatung und Elternarbeit gut zusammenarbeiten, gibt es weniger Abbrecher", sagte der Direktor des Caritasverbandes im Bistum Essen, Andreas Meiwes.
Die örtliche Zusammenarbeit von Politik, Schule, Arbeitsamt und Wirtschaft sei entscheidend.

Das ist die Gesamtschule Barmen in Wuppertal FOTO: dpa, mb fdt

"Jeder junge Mensch ohne Schulabschluss ist einer zu viel", so Meiwes. Wer die Schule ohne Abschluss verlasse, habe deutlich weniger Chancen auf einen Ausbildungsplatz und somit fast zwangsläufig eine schlechte Berufsperspektive.

(KNA)
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