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Dinslaken
Keup hält Seoul in bester Erinnerung

Dinslaken. Der DDR-Zeitzeuge hat Amerika in Richtung Asien verlassen. Die Zeit in Nordkorea war die bizarrste seines Lebens. Von Hendrik Gaasterland

Nach der Tour durch Südamerika reiste Peter Keup für gerade einmal 58 Stunden in die USA nach Boston und New York. Das nächste Ziel hatte der DDR-Zeitzeuge und ehemalige Inhaber der gleichnamigen Dinslakener Tanzschule bereits vor Augen: Asien.

Peter Keup befindet sich momentan auf einer großen Weltreise und hält im Ausland Vorträge aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz über das damals geteilte Deutschland. In Asien hieß seine erste Station Seoul. Der Zeitzeuge besuchte die deutsche Schule, das Goethe-Institut, das Museum für koreanische Zeitgeschichte und traf sich zu Begegnungen mit nordkoreanischen Flüchtlingen und Zeitzeugen der südkoreanischen Diktatur. Er lernte außerdem die Hankuk University of Foreign Studies, bei der er von der Würdigung seines Besuchs sehr beeindruckt war, sowie die Keimyung Universität in Daegu kennen. "Südkorea gedenkt des 25. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung mit vielen Veranstaltungen und reflektiert dabei stets die eigene Situation. Das spürt man deutlich bei den Fragestunden nach meinen Vorträgen. Mir ist aber klar geworden, dass die Situation des geteilten Koreas mit der des geteilten Deutschlands nicht vergleichbar ist. Als die Mauer in Berlin fiel, leitete dieses Ereignis die Beendigung einer 40-jährigen deutschen Teilung ein. Korea ist nun schon 70 Jahre geteilt. Es ist eine Frage der Zeit, bis die Bürger des einen Landes nichts mehr mit denen des anderen verbindet", meint Keup, der Seoul in bester Erinnerung behält: "Ich hatte viele Begegnungen, die sehr nachhaltig auf mich wirken. Mitarbeiter der deutschen Botschaft verabschiedeten mich aber mit der Bemerkung, dass man schon an meinem nächsten Besuch arbeite."

Die nächste Station der Tour hieß Nordkorea. Um über die Zeit dort zu berichten, benötigt Peter Keup noch ein wenig Zeit: "Es war das Bizarrste, was ich in meinem Leben gesehen und erlebt habe. Es fühlt sich alles immer noch eher wie ein schlechter Traum, denn als real Geschehenes an.

Das hängt gewiss mit der gottgleichen Präsenz von Kim Il Sung und Kim Yong Il und der überall vernehmbaren und in Trance versetzenden Musik zusammen. Das muss erst einmal alles aus meinem Kopf heraus - dann kann ich auf die Dinge blicken."

Nach einem Zwischenstopp im chinesischen Peking, wo trotz eines wolkenlosen Himmels die Sonne wegen des Smogs kaum sichtbar war, hält sich Peter Keup für weitere Vorträge nun im indischen Delhi auf.

Quelle: RP
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