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Dormagen
Nievenheimer sticht morgen in See

Dormagen: Nievenheimer sticht morgen in See
Ein Segelschiff wird für die nächsten sieben Monate seine Heimat sein: Der Nievenheimer Lukas Maxeiner freut sich auf das Abenteuer. FOTO: Familie Maxeiner
Dormagen. Lukas Maxeiner (15) wird sieben Monate lang bis in die Karibik segeln. Mit 29 anderen Jugendlichen wird er an Bord unterrichtet. Von Carina Wernig

Aufgeregt ist gar kein Ausdruck: Seit Wochen gibt es in der Familie Maxeiner vor allem das Thema "Segeltörn in die Karibik". Denn der 15 Jahre alte Lukas Maxeiner tauscht ab morgen sein Bett in seinem Nievenheimer Zuhause gegen eine Schlafstatt in der Kajüte des Segelschiffs "Roald Amundsen", mit dem er gemeinsam mit 28 anderen Jugendlichen den Atlantik überqueren wird. Sieben Monate lang werden sie - begleitet von erfahrenen Seglern und vier Lehrern der "High Seas High School" - unterwegs sein. Das Ziel der Jubiläums-Tour - der 25. Fahrt - ist die Karibik. "Diesen Traum darf ich mir jetzt erfüllen", sagt Lukas Maxeiner glücklich.

Vor drei Jahren hatte er mit seinen Eltern Martina und Stefan Maxeiner, die selbst segeln, die Fachmesse "boot" in Düsseldorf besucht und dort einen Flyer des Internats-Segeltörns mitgenommen. "Den hat Lukas 2016 wiedergefunden und seither diesen Wunsch, mitzusegeln, verfolgt", erklärt Martina Maxeiner. Er musste sich bewerben, wozu auch ein Eignungsschreiben seiner Lehrer aus Dormagen gehörte. Von 60 Anmeldungen dürfen 30 teamfähige Jugendliche jetzt mitfahren, nach dem Probetörn im Mai von Eckernförde aus schieden zwei Jugendliche freiwillig aus, da sie die körperlichen Strapazen scheuten. Denn auf die Jugendlichen warten nicht nur hoher Wellengang und "Wind und Wetter", sondern auch das auf Kurs und in Schuss Halten des Segelschiffs, inklusive kochen, putzen und Wache halten. "Dazu gehört auch, den 30 Meter hohen Mast zu erklimmen", berichtet Lukas' Mutter.

Statt im Klassenzimmer des Leibniz-Gymnasiums in Hackenbroich wird Lukas Maxeiner bald an Deck unterrichtet werden und jede Menge über Gezeiten, Winde und Strömungen anhand praktischer Erfahrungen lernen. Gründer und Veranstalter der "High Seas High School" ist das Internatsgymnasium Hermann-Lietz-Schule Spiekeroog.

Lukas Maxeiner beim Probetörn am Steuer. Die Jugendlichen werden das Segelschiff auf Kurs und in Schuss halten. FOTO: Stefan maxeiner

Jetzt heißt es, erst einmal abschied nehmen von der Familie, ein "komisches Gefühl", wie Martina Maxeiner zugibt. "Wir gönnen es Lukas von ganzem Herzen, aber die Verabschiedung fällt schon schwer, vor allem den Müttern", erklärt Stefan Maxeiner. Denn seit Mittwoch sind die Segelschüler in Eckernförde, bevor morgen in Kiel-Holtenau die "Roald Amundsen" in See sticht - zunächst bis Teneriffa, von wo aus die Atlantiküberquerung angegangen wird. "Viele Eltern haben den Start des Segeltörns in Kiel für einen Kurzurlaub genutzt, um sich von den Kindern gebührend zu verabschieden", so Stefan Maxeiner, der Vorsitzender der "Nievering"-Werbegemeinschaft ist.

Nun werden die anderen Jugendlichen und die Lehrercrew in den kommenden sieben Monaten die nächsten Ansprechpartner werden. Da die Hälfte der Schüler in dieser Zeit Geburtstag feiert - wie Lukas Maxeiner auch -, soll es familiäre Feiern an Bord geben.

Wenn Lukas Maxeiner im Mai 2018 wieder zurück ist, wird er das Schuljahr auf Spiekeroog beenden, bevor er dann am Leibniz-Gymnasium nahtlos in die Qualifizierungsphase 1 (Q1) einsteigen will.

Quelle: NGZ
 
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