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Düsseldorf
Bei Pia Fries passiert Kunst einfach

Düsseldorf. Die Künstlerin, die bei Gerhard Richter lernte, stellt ab Sonntag in der Kopfermann-Fuhrmann-Stiftung in Oberkassel aus. Von Claus Clemens

Vor dreizehn Jahren gründete die Düsseldorfer Malerin Sigrid Kopfermann eine Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur. Sitz der Stiftung wurde das elegante Privathaus des Ehepaars Kopfermann-Fuhrmann auf der Oberkasseler San-Remo-Straße. Nach dem Tod der Gründerin begann das Kuratorium der Stiftung, regelmäßige Ausstellungen auszurichten. Ab Sonntag wird die Schweizerin Pia Fries etwa 15 Arbeiten unter dem Titel "Weisswirt & Maserzug" zeigen.

Nach einem Studium an der Kunstgewerbeschule Luzern wechselte Pia Fries 1980 an die Kunstakademie Düsseldorf und wurde Meisterschülerin bei Gerhard Richter. Seither hatte sie verschiedene Professuren inne, zunächst in Düsseldorf, später dann in Karlsruhe, Berlin und aktuell in München. Als Lebens- und Arbeitsmittelpunkt betrachtet Fries indes seit 36 Jahren den hiesigen Stadtteil Flingern.

Die Worte im Titel ihrer Ausstellung wirken vertraut, ohne dass sich ihre Bedeutung erschließt. Ob das Holzsorten seien, wird die Künstlerin bei der Hängung und dem anschließenden Rundgang gefragt. Schließlich dominiert das Naturmaterial fast alle Groß- und Kleinformate. So ganz falsch liege man da nicht, antwortet Pia Fries.

Das Holz, vielmehr der Holzklotz, sei das vereinigende Element in diesen Bildern. "Die Maserung spricht über das Werden, das Älterwerden. So blickt man auf Geschichte", erläutert sie. In einigen Arbeiten, insbesondere in Papierarbeiten - Titel "maserpaper" - sind mehrere Kanthölzer zu erkennen, die gegeneinander gelehnt oder kreuzweise gestapelt sind. Und der Bezug zum ersten Titelwort? Die Farbe Weiß sei nun mal als Grundierung der Wirt aller anderen Farben: "Weiß hält still und erträgt die Aufgabe, zuunterst zu sein, aber doch Eigenes zu bedeuten." Insgesamt allerdings zeigt Fries weit weniger Farben als in früheren Arbeiten. Alle Bilder fallen unter das Kriterium "abstrakt". Sie wehrt sich dagegen, diesen Begriff mit "wenig Intellekt und viel Emotion" zu definieren. Doch natürlich sei der kreative Schaffensprozess von eigener Gesetzlichkeit: "Irgendwann im Werk passiert es einfach, und dann entsteht Kunst."

Info Die Ausstellung ist ab Sonntag, 30. Oktober, zu sehen. Immer sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Adresse: Kopfermann-Fuhrmann-Stiftung, San-Remo-Straße 6. Der Eintritt ist frei. Der Katalog kostet 24,95 Euro.

Quelle: RP
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