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Düsseldorf
Resolution für die Gaslaternen

Düsseldorf: Resolution für die Gaslaternen
FOTO: RP/Busskamp
Düsseldorf. Die Initiative Düsseldorfer Pro Gaslicht hat OB Dirk Elbers offiziell gebeten, die typischen Düsseldorfer Straßenlaternen zu erhalten. Ziel ist die Aufnahme der Beleuchtung mit Gas in die Weltkulturerbe-Liste der Unesco. Von Michael Brockerhoff

Die Düsseldorfer Gaslaternen, gleich welchen Typs, suchen in Deutschland und Europa ihresgleichen und müssen deshalb zum Weltkulturerbe erklärt werden. Aus dieser Idee von prominenten und leidenschaftlichen Düsseldorfern, vor allem von Gabriele Henkel ins Gespräch gebracht, ist inzwischen die Initiative Düsseldorfer Pro Gaslicht geworden, die den Erhalt der Gaslaternen erreichen will. Ein wichtiger offizieller Schritt ist eine Resolution, die Gabriele Henkel gestern im Jan-Wellem-Saal des Düsseldorfer Rathauses Oberbürgermeister Dirk Elbers übergab.

Keine elektrischen Leuchten

Darin bitten Düsseldorfer – unter ihnen Kay Lorentz vom Kommödchen, Engelbert Oxenfort und seine Töchter Christiane und Barbara, Uerige-Baas Michael Schnitzler, der Pantomime Nemo, Wagenbauer Jacques Tilly, Karnevalist Hermann Schmitz, Design-Professor Wilfried Korfmacher, Galeristin Julia Stoschek sowie Jonges-Baas Gerd Welchering und Jonges Stadtbildpfleger Rolf Töpfer – das Düsseldorfer Gaslaternennetz "in seiner Gesamtheit – das heißt sowohl hinsichtlich der baulichen Substanz als auch in Bezug auf die technische Funktionsweise – als industrietechnisches Denkmal unter Schutz gestellt. Es erfolgt weder eine Umrüstung auf elektrisches Licht noch eine komplette Demontage zu Gunsten von Elektrleuchten" heißt es in der Resolution. Langfristig solle der Schutz des Düsseldorfer Gaslichts als Weltkulturerbe angestrebt werden.

Die Wünsche der Initiative wird der Rat diskutieren, versicherte Elbers, als er die Resolution entgegen nahm. Es bleibe noch Zeit für eine ausführliche Beratung, um eine zufriedenstellende Lösung zu finden. "Der Umweltausschuss, der wegen des Klimaschutzes eine Umrüstung vertritt, und der Kulturausschuss müssen sich einig werden, denn Gaslaternen sind nicht nur eine Sache der Kultur", sagte Elbers unserer Zeitung.

In der Zwischenzeit dürften aber keine Laternen mehr abgebaut oder verändert werden, so Rheinbahnsprecher Georg Schumacher, eine treibende Kraft in der Initiative, die sich gestern Abend zu einem Meinungsaustausch traf: "Denn sonst schwinden die Chancen, dass die Laternen als technisches Denkmal ins Weltkulturerbe aufgenommen werden." Die Initiative hofft, dass die Stadt ihren Wünschen folgt, den Umbau stoppt und das Land NRW auffordert, den entsprechenden Antrag bei der Unesco zu stellen. Denn dazu sei nur das Land berechtigt.

Das Kulturgut Gaslaternen unterstützt aber auch Heimatgefühle. Nemo, Oxenfort oder Schmitz erinnern sich gerne daran, unter den Lampen gespielt zu haben. Und Christiane Oxenfort fühlt sich nach Reisen in anderen, anonym wirkenden Städten sofort heimisch, "wenn ich die Düsseldorfer Laternen sehe". Für den Wert der Laternen wollen alle werben, Schmitz hat bereits Pläne, die Laternen auf Karnevalszug-Wagen zu präsentieren.

Quelle: RP
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