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Düsseldorf
Stadt informiert Bürger über Kö-Bogen II

Düsseldorf: Stadt informiert Bürger über Kö-Bogen II
Der Blick vom Schauspielhaus in Richtung Schadowstraße und P & C: Durch die Schrägen der Gebäude entsteht der Eindruck eines Tals.
Düsseldorf. Bei der Infoveranstaltung im Henkel-Saal stellte Architekt Christoph Ingenhoven Details seines Entwurfs für den Gründgens-Platz vor. Von Denisa Richters

Ob beim Kö-Bogen II am Rande des Gustaf-Gründgens-Platzes ein Tal oder nur Gebäude nach einem Entwurf des Architekten Christoph Ingenhoven entstehen werden, ließ Planungsdezernent Gregor Bonin bei der Bürgerinformation im Henkel-Saal offen. Keinen Zweifel ließ er daran, dass das Projekt eine Bereicherung sein wird. Mit Ingenhoven und Verkehrsdezernent Stephan Keller stellte er rund 150 Interessierten Details der Pläne vor. Kritik gab es kaum.

Ein Film im Trickfilm-Märchen-Stil verdeutlichte die Pläne: Vorgesehen ist entlang der Schadowstraße ein bis zu 28 Meter hoher Gebäuderiegel mit einer zur Straße hin verglasten Front mit Einzelhandel in den unteren und Büros in den oberen Geschossen. Zum Platz hin soll die terrassierte Fassade mit Hainbuchen bepflanzt werden. Zur Berliner Allee ist ein Pavillon mit einem dreieckigen, diagonalen Rasendach vorgesehen. Mit der schrägen Fassade des anderen Gebäudes bildet er eine Art Tal, das Ingenhoven mit Außenterrassen beleben will.

Der Pavillon mit dem schrägen Rasendach öffnet sich in Richtung Dreischeibenhaus. FOTO: ingenhoven architects, Cadman

Da die Tiefgarage unter dem Platz abgerissen und neu gebaut wird, kann die Oberfläche ohne die bisherigen statischen Probleme genutzt werden: Open-Air-Kino, Freiluft-Theater, im Winter Eislaufbahn. Im Zentrum der Veranstaltung stand die denkmalgeschützte Wand am Rande des Platzes, die dafür abgerissen werden soll. Die Bedenken der Landeskonservatorin Andrea Pufke und ihre Vorgabe, die Wand an selber Stelle wieder aufzubauen, kann Bonin nicht nachvollziehen.

Der Architekt des (ebenfalls denkmalgeschützten) Schauspielhauses, Bernhard M. Pfau, habe die Wand erst Jahre später mit einer vom damaligen Tiefgaragenbetreiber gewünschten Tankstelle errichtet. Die Mauer könne somit nicht als Teil eines Gesamtensembles mit dem Theater gesehen werden, wie es die Denkmalschützerin des Landschaftsverbands Rheinland in ihrer Argumentation macht. "Mauer und Tankstelle sind additiv", sagte auch Ingenhoven.

Kö-Bogen II: Entwurf von Ingenhoven FOTO: Ingenhoven

Hingegen werde die Situation des Theaters durch die Randbebauung wesentlich verbessert. "Wir schaffen die Kante für den Platz, die Pfau mit seiner Mauer versucht hatte." Intendant Günther Beelitz saß ebenfalls im Publikum. Er kennt das Schauspielhaus seit der Eröffnung 1969. Die Wand sei seit Beginn "Graffiti-Dose oder Urinal" gewesen, was Theaterbesucher immer wieder kritisierten. Er sei entsetzt, dass dies als Denkmal gelte und wünsche, dass es verschwinde.

Ein Thema war auch die Begrünung des Gebäuderiegels. Sie soll nur im Sommer grün sein, im Herbst färben sich die Blätter der Hecken rostrot, den "Farben im Hofgarten entsprechend", sagte Bonin. "Wir haben die Frage nach dem Immergrün in ein Immeransehbar umgewandelt", so Ingenhoven. "Hainbuchen werden im Herbst braun, verlieren aber nicht ihr Laub." So komme das Gebäude auf fünf Kilometer Hecken.

Das sind die Entwürfe für den Kö-Bogen II FOTO: Ingenhoven/ Doug and Wolf

Keller beantwortete Fragen zu Wegen für Fußgänger und Radler sowie zur Straßenbahn-Trasse zwischen Theatermuseum und Schadowstraße. Vorgesehen seien entlang der Gleise Übergänge, niedrige Büsche und Zäune. Der Fußgängerbereich der Schadowstraße auf dem neuen Jan-Wellem-Platz soll 25 statt elf Meter breit werden.

Quelle: RP
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